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Dassault verbindet Elektrik und Mechanik

Es existiert schon eine Weile, flog aber sozusagen bisher unter meinem Radar: Erst in einem Interview mit Philippe Bartissol, Vice President Industrial Equipment Industry wurde mir klar, welch enge Integration Catia zwischen Elektrik und Mechanik bietet – das Thema treibt mich ja schon eine Weile um. Damit ist echtes Systems Engineering einen Schritt näher gerückt.

Die Verbindung von Schaltplan und 3D-Modell bietet viele Vorteile (Bild: Dassault Systèmes)
Die Verbindung von Schaltplan und 3D-Modell bietet viele Vorteile (Bild: Dassault Systèmes)

Bartissol rückt statt der Baugruppenstruktur, wie sie sich im DMU manifestiert, die Produktarchitektur in den Mittelpunkt. Diese Architektur besteht aus RFLP, Requirements, Funktionelles, Logisches und Physisches Modell. Auf Basis der in der RFLP definierten Eigenschaften werden im nächsten Schritt Module, Schnittstellen und Konfigurationen definiert und erst dann die tatsächliche Konstruktion angegangen. Das Produkt wird so lange im PLM-System gehalten, bis die Konfigurationen durchkonstruiert beziehungsweise durchkombinbiert sind – erst dann werden die Daten ans ERP-System übergeben. Dies hat den Vorteil, dass nur Bauteile ins ERP gelangen, die tatsächlich verwendet werden.

In Catia V6R14 ist Dassault Systèmes einen wichtigen Schritt zur Umsetzung dieser Vision gegangen und hat ein Modul vorgestellt, das mit Schaltplänen umgehen kann – dies betrifft elektrische Schemata ebenso wie hydraulische und pneumatische Pläne. Die Schemata sind dabei mit dem 3D-Modell verknüpft, eine Pumpe hat als Objekt also sowohl 3D- als auch elektrische und hydraulische Eigenschaften. Klickt man auf das 3D-Modell der Pumpe, kann man sich deren Position im Elektro- oder Hydraulikschaltplan anzeigen lassen.

Dies verändert auch die Konstruktionsarbeit. Wenn man dies zu Ende denkt, geht der Mechanik-Konstrukteur die Bauteileliste der Elektrokonstruktion durch, bekommt die Teile angezeigt, die er zu verbauen hat, und muss diese nur noch im Raum positionieren. Das ist sicherlich übertrieben, aber es zeigt die Richtung: Beschießen die Elektro- oder Hydraulikkonstrukteure während der Produktentwicklung, dass sie einen zusätzlichen Sensor oder ein Ventil benötigen, bekommt der Mechanik-Konstrukteur dies angezeigt und kann das neue Teil verbauen.

Überraschungen bei der Montage nach dem Motto: „Huch, da ist ja noch was übrig!“ werden damit seltener. Zudem lassen sich Simulationen vollständiger durchführen, wenn alle Aspekte eines Produktes nicht nur in Software abgebildet, sondern in einem Gesamtmodell miteinander verbunden sind. Das 3D-Modul Catia Electrical ist schon verfügbar, die 2D-Schemaerstellung wird jetzt vorgestellt.

Dassault Systèmes zeigt mit der Neuentwicklung einmal mehr, dass man den Produktentstehungsprozess ganzheitlich sieht – die 3D Experience lässt grüßen – und Schritt für Schritt alle Aspekte des Modells in seine Vision integriert. Nun fehlen noch zwei große Knaller – die Integration der Softwareentwicklung und der Elektronik – dann kann Dassault Systèmes wirklich behaupten, eine runde Lösung anzubieten.

 

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