Videotipp: Die Unendlichkeitsmaschine, animiert in SolidWorks

Ich kann ja auch nichts dafür, dass die SolidWorks-Reseller so nette Videos machen, ich würde solche Videos auch gerne mal von anderen Systemen zeigen. Aber nun hat einmal Solid Solutions, SolidWorks-Reseller aus der Schweiz, die Unendlichkeitsmaschine von Leonardo da Vinci virtuell nachgebaut und simuliert.

Unendlichkeitsmaschine in SolidWorks

32 Mio. Jahre für einen Umlauf: Die Unendlichkeitsmaschine von Solid Solutions (Screenshot).

Schon das Universalgenie Leonardo da Vinci skizzierte eine solche Maschine, die aus einer Reihe gleich abgestufter Zahnrad- oder Schneckengetrieben besteht. In verschiedenen Technikmuseen lassen sich solche Maschinen besichtigen, unter anderem im Technorama in Winterthur (CH). Die Besonderheit: Während sich das erste Rad dreht, ist das letzte einbetoniert. Dieses scheinbare Paradoxon lässt sich ganz einfach erklären: Durch die hintereinandergeschalteten Untersetzungen – beim Exemplar in Winterthur zwölf Schneckengetriebe mit 1:50 – ist die Gesamtuntersetzung so groß, dass sich das erste Rad 2,3 Billionen Jahre drehen müsste, um am untersten Zahnrad eine Umdrehung zu erzeugen.

In einer idealen Welt ohne Schlupf, Torsion und Luft in den Getrieben würde sich die Maschine trotzdem nicht drehen. Bei einer Simulation, die ja tatsächlich gerne ideale Welten abbildet, müssen also die realen Bedingungen erst einmal berücksichtigt werden. Bernhard Leuthold zeigt in dem Solid Solutions-Video, wie das CAD-System mit seinen integrierten Animations-. Und Simulationsmodulen diese „Ungenauigkeiten“ nachbilden und so eine realistische Animation darstellen kann.

Das SolidWorks-Modell besteht aus 16 Zahnrädern mit einer Übersetzung von 1:10, was eine Gesamtübersetzung von 1: 10.000.000.000.000.000.000.000 (10 Trilliarden) ergibt. Bei den hier angenommenen 16 U/min des obersten Zahnrads wäre die Animation einer vollen Umdrehung des untersten Rads 32 Mio. Jahre lang – das dürfte selbst die Speicherkapazitäten von YouTube überfordern. Zum Glück ist das Video nur 4:33 lang – und das Ansehen lohnt sich wirklich.

Dank an das deutsche SolidWorks-Blog, wo ich das Video gefunden habe.

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