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Viel Blech –Siemens PLM launcht Solid Edge ST7 – Teil 2

Hier nun Teil 2 meines Berichts vom Solid Edge ST7-Launch-Event.

3D-Skizzen ermöglichen das Definieren von Pfaden in drei Dimensionen (Alle Bilder: Siemens PLM Software).
3D-Skizzen ermöglichen das Definieren von Pfaden in drei Dimensionen (Alle Bilder: Siemens PLM Software).

Nach der Mittagspause folgte eine Demo der neuen Modellierfunktionen. Neu sind 3D-Skizzen, mit denen sich beispielsweise Extrusionspfade für Rohre oder Drähte definieren lassen. Ebenfalls neu sind Kurven mit fester Länge. Ein Schlauch oder Kabel lässt sich in ExpressRoute in seiner Länge festlegen, so dass sich diese beim freien Bewegen mit ST nicht mehr ändert. Dies ist besonders praktisch beim Einbau konfektionierter Kabel oder Schläuche.

Solid Edge kann nun aus beliebigen 3D-Modellen Platinen abwickeln; dies ersetzt keine Tiefziehsimulation, gibt aber durch die Berücksichtigung von Materialeigenschaften einen guten Anhalt, wie groß das Blechstück sein muss. Eine interessante Anwendung wurd beim Abwickeln der Stoffoberfläche eines Sitzes gezeigt.

Auch Bleche mit Tiefziehfeatures lassen sich jetzt abwickeln.
Auch Bleche mit Tiefziehfeatures lassen sich jetzt abwickeln.

Sehr beeindruckend war die Demonstration der neuen Funktion „Blechteil aus 3D-Modell erzeugen.“ Es lässt sich praktisch jedes 3D-Modell in ein Blechteil umwandeln, indem man nach Eingeben der Blechstärke die Biegungen definiert. Die Software legt dann Blechflächen auf die Außenflächen des 3D-Modells, danach entsteht ein neues Blechteil. Das ursprüngliche 3D-Modell kann gelöscht oder als Steuergeometrie beibehalten werden.

Die Synchronous Technology erkennt nun unter anderem Fasen und Muster von Mustern, auch in Fremdmodellen. So lassen sich beispielsweise Bohrungsmuster, die mehrfach in einem Blech vorhanden sind, automatisch „hierarchisch“ erkennen und ändern. Muster und Fasen können umbenannt und bearbeitet werden. 3D-Teilflächen, deren Flächennormalen in die selbe Richtung zeigen, lassen sich gruppieren und zusammen bearbeiten Quick Shapes führen zurück in die Anfänge der 3D-Modellierung: Mit dieser Funktion lassen sich auf Knopfdruck Würfel, Zylinder und Pyramiden erzeugen, mit denen sich Material hinzufügen oder wegnehmen lässt – ohne erst eine Skizze zu zeichnen.

Für die Visualisierung wurde Keyshot in Solid Edge integriert.
Für die Visualisierung wurde Keyshot in Solid Edge integriert.

An der Visualisierungsfront hat Siemens mit einer Live-Link-Schnittstelle zum mitgelieferten Keyshot einen High-End-Renderer integriert, der für Animationen auch auf die Daten des SE-Animationseditors zugreifen kann.

Die grafische 3D-Messung ermöglicht es, schnell eine ganze Reihe von Maßen abzugreifen, X/Y/Z-Delta ebenso wie Gesamtmaße und anderes werden in einem Fenster dargestellt, das sich – wiederum eine clevere Idee – nicht automatisch schließt. So können die Werte im weiteren Verlauf direkt abgeschrieben werden.

Die grafische 3D-Messung liefert eine Vielzahl von Informationen.
Die grafische 3D-Messung liefert eine Vielzahl von Informationen.

Neu im Featurebaum ist der Eintrag „Material“, hinter dem eine Materialdatenbank steckt, die sich mit eigenen Materialien erweitern lässt. Das Duplizieren von Komponenten zeigte PreSales Manager Axel Mundhenk an einer Raupenkette. Die Längskette und eines der Raupenkettenglieder waren schon modelliert, letzteres ließ sich dank der neuen Funktion per Knopfdruck entlang der Verbindungskette duplizieren. Ähnlich funktionieren Muster entlang einer 3D-Kurve, so lassen sich die Stufen einer Wendeltreppe als Muster erzeugen. Baugruppen lassen sich beim Vereinfachen zu einem Teil verschmelzen, wobei im CAD-System nach wie vor die komplette Stückliste erhalten bleibt.

Beim Öffnen einer Baugruppe ermöglicht „begrenzte Aktualisierung“ ein schnelleres Öffnen, da nicht die gesamte Baugruppenhierarchie durchregeneriert werden muss. Ebenfalls ein Highlight ist die kontextbezogene Konstruktion. Einfach per Drücken der Umschalttaste lassen sich Bezugskanten oder-punkte aus anderen Baugruppen zum Modellieren nutzen; bisher musste immer der Umweg über die Hauptbaugruppe genommen werden.

Im Zeichnungsbereich erleichtert die automatische Koordinatenbemaßung das Platzieren dieser Maße. Die Funktion platziert die Maßlinien und –zahlen automatisch und kann auch auf Kanten in Einzelheiten-Blasen angewendet werden. Referenzbuchstaben sind nun assoziativ und ändern sich an allen Vorkommen in der Zeichnung, beispielsweise in Form- und Lagetoleranzen, wenn an einer Stelle geändert wird.

Beim Ausklappen von Ansichten oder Erstellen von Einzelheiten ist nun eine Auto-Vorschau aktiv, die die Zeichnung schon vor dem Platzieren anzeigt. Wird der „Quellkreis“ einer Einzelheit verschoben, zeigt der „Zielkreis“ dynamisch den aktuellen Quellbereich an. Schon seit ST6 existiert eine Funktion zum automatischen Aufräumen und Anordnen von Maßen, die aus dem 3D-Modell übernommen wurden. Im wahrsten Sinn des Wortes ein „Hingucker“ ist das Highlighting in der Zeichnungsstückliste. Wird in die Zeichnung eine Stückliste integriert und in dieser gearbeitet, wird das aktuelle Einzelteil nicht nur in der Zeichnungsansicht hervorgehoben, sondern auch in einer Miniansicht an der Stückliste angezeigt. Das sorgt für Überblick in „schwarzen“ Zeichnungen.

Mit ST7 erweitert Siemens die Funktionalität seines CAD-Systems an vielen Stellen, dabei reicht die Palette von kleinen „Zeitsparern“ bis hin zu echten „Knallerfunktionen“ wie dem Erzeugen von Blechteilen aus 3D-Modellen. Solid Edge etabliert sich mit der neuen Version weiter im CAD-Markt.

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