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Fabcon 3.D – Reges Treiben in Erfurt

Letztes Jahr neu eingeführt, hat die Fabcon 3.D, die 3D-Drucker-Ecke der Rapid Tech, nicht nur räumlich den Sprung in den Mittelpunkt des Interesses geschafft. Die „kleinen“ 3D-Drucker, die ihre Wurzeln in der RepRap-Szene haben, übernahmen im letzten Jahr auch in den Medien eine wichtige Rolle. Ein Messerundgang.

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Letztes Jahr war die Fabcon noch im Vorbau der Rapid Tech-Messehalle untergebracht, in diesem Jahr teilte sich die Fabcon die Halle mit den „großen“ Systemen. Die Rapid Tech ist mehr Kongress als Messe, weshalb letztere nicht der einzige Grund war, nach Erfurt zu fahren – nichtsdestotrotz belegte die Rapid Tech im letzten Jahr noch mehr Ausstellungsfläche. Um die Rapid Tech kümmere ich mich am Montag, heute mein Bericht aus dem Fabcon 3.D-Bereich.

Die begleitenden Vorträge wurden von einem der bekanntesten RepRapper eröffnet, Josef Průša, nach dem sogar ein Drucker benannt ist. Auch ansonsten boten die Vorträge interessante Informationen.

Die Ausstellungsfläche bot ebenfalls Interessantes, so zeigte Florian Horsch, Autor unseres Lieblings-3D-Drucker-Buchs, mit seiner Firma Hypecask einen mannshohen Delta-3D-Drucker, der mit selbstextrudiertem Filament arbeitete. Die Filamentmaschine, die mit Kunststoffgranulat arbeitet, wurde leider nur geschlossen gezeigt – die Vorstellung soll in der nahen Zukunft erfolgen. Granulat hat den großen Vorteil gegenüber dem Verarbeiten beispeilsweise von Fehldrucken, dass das Material qualitativ besser ist und vor allem dem farblosen Granulat beliebige Farbstoffe (Masterbatch) zugegeben werden können – das Filament lässt sich so beliebig einfärben, andere Masterbatches bringen Additive in den Kunststoff, um dessen Eigenschaften zu beeinflussen.

Kühling & Kühling baut sicher den schönsten 3D-Drucker.

Die H.Hiendl Kunststofftechnik ist ein Kunststoffspezialist mit 50 Jahren Erfahrung in der Produktion von Kunststoff-Halbzeugen und -Teilen. Neuestes Produkt ist 3D-Druckerfilament in 1,75 und 3mm Dicke. Ein Jahr Entwicklung steckt in den neu vorgestellten Materialien, die in 750g-Gebinden geliefert werden. Auffällig sind die kräftigen Farben des Filaments und seine glänzende Oberfläche. Ich habe ein Muster erhalten und werde berichten.

Ebenfalls seit 50 Jahren im Kunststoffbereich unterwegs ist die Herz GmbH aus Neuwied, die ebenfalls Filament anbot. Ebenfalls schöne Farben und auf den ersten Blick hochwertig extrudiert – die deutschen Profis beginnen, den Markt aufzumischen. Eine Alternative mit (hoffentlich) qualitativ hochwertigen Material gegenüber dem ansonsten überwiegend erhältlichen dubiosen „China-Extrudat“ wäre eine Wohltat. Hiendl und Herz bieten beide keine irren Glitter-, Holz- oder „Glow-in-the-dark“-Materialien, sondern solide Qualitätsware – die im Falle Herz mit 19,90 pro Kilo auch sehr preisgünstig ist. Ich bin gespannt auf die Tests, wobei ich bei Herz noch Muster erbetteln muss. :-)

Der Velleman-Prototyp sieht interessant aus.

Reichelt Elektronik war ebenfalls mit einem Stand vertreten und zeigte den bekannten Velleman K8200 sowie einen Prototypen des noch namenlosen Nachfolgers. Dieser wird mit einem Plexiglas-Gehäuse aufgebaut und soll zwei Extruder erhalten. Der K8200 war auf der Messe für 555 Euro zu haben, zudem zeigte Reichelt eine gedruckte Halterung für einen Proxxon-Fräser, mit dem sich beispielsweise Leiterplatten fräsen lassen.

Igus war erstmals auf der Messe vertreten, der Stand mit den für Selbstbauer sehr interessanten Linearführungen, Lagern und Spindeln war stark umlagert, zudem zeigte igus sein neues 3D-Druckerfilament.

Die German RepRap Foundation GRRF zeigte neben seinen bekannten Druckern Protos und X.400 den Neo, einen im 700-Euro-Bereich angesiedelten Komplettdrucker, der für erste Schritte sofort zu nutzen sein soll. Zudem hatte GRRF sehr schönes Druckmaterial dabei, unter anderem PLA in blau-durchsichtig und klar. Auch hier folgt ein Bericht.

Der Höhepunkt in Sachen Material war für mich das NinjaFlex-Filament des US-Unternehmens Fenner Drives, einem Hersteller von Keilriemen, nutlosen Wellenspannsätzen, Riemen und Rollen. Das Material fühlt sich an wie Gummi, soll bei -30°C bis 65°C halltbar sein und sich gut verdrucken lassen. Das Material ist in einer ganzen Reihe von Farben erhältlich. Ich habe ein Muster und bin supergespannt – damit sollten sich Dichtungen für den Oldtimer drucken lassen. Das Material kann bei Amazon bestellt werden.

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