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Los geht’s: Ein 3D-Drucker wird gebaut

Heute sind die ersten Pakete eingetroffen für mein neuestes Projekt: Ein eigener 3D-Drucker soll her. Nachdem mich der zweiwöchige Besuch eines Makerbot Replicator in meinem Büro angefixt hat und die Stellung eines Bausatzes durch Reichelt leider nicht klappte, wird nun ein Mendel90 aus dem RepRap-Projekt gebaut – ich berichte an dieser Stelle über die Fortschritte.

Schön ist er auch noch: Der Mendel 90 (Bild: Alan Ryder)
Schön ist er auch noch: Der Mendel 90 (Bild: Alan Ryder)

Das Schöne am Eigenbau ist, dass man seine eigenen Vorstellungen in das fertige Produkt einbringen kann. Das RepRap-Projekt bietet eine breite Palette gut dokumentierter und erprobter Entwürfe, aus denen man wählen kann. Ich hab e mich für einen Mendel90 entschieden, eine Variante des aktuellen „offiziellen“ Druckers des RepRap-Projekts. Besteht das dreieckige Chassis des Mendel aus Gewindestangen, so wird der Mendel90 aus Bidbond-Platten aufgebaut, was – bei korrekt gesägten Platten – die 90-Grad-Ausrichtung der Achsen zueinander gewährleistet. Außerdem finde ich den Aufbau sauberer als die ganz offene Gewindestangenversion.

Der Mendel90 bietet einen Bauraum von 20 x 20 x 20 Zentimetern, was mir etwas zu wenig erschien. Kein Problem, Chris Palmer aus Manchester, der Erfinder des Mendel90, hat das gesamte Modell in Openscad aufgebaut. Diese Open Source-CAD-Software hat einen völlig anderen Ansatz als die CAD-Systeme, die man landläufig kennt: Statt zu modellieren wird programmiert. Der Vorteil ist die extreme Parametrisierung, jedes Maß ist eine Variable, die in einem anderen Teil des Programms wiederverwendet werden kann. Zudem lassen sich die Maße so in einem Config-File sammeln und zentral editieren. Ein breiterer und höherer Drucker – in meinem Fall 20 x 30 x 25 (T x B x H) – ist also eine Sache des Änderns von zwei Zahlen in der config_mendel.scad. Es lebe der Mendel90 LWB (Large Wide Body :-)

Mein Mendel90 LWB als Openscad-Modell: Breiter und höher.
Mein Mendel90 LWB als Openscad-Modell: Breiter und höher.

Ich habe mich zudem für eine andere Elektronik – RAMPS 1.4 – entschieden, die besser erweiterbar als das von Chris eingesetzte Melzi-Board, zudem bietet RAMPS die Möglichkeit, ein Display zu autonomen Drucken anzuschließen. Und nicht zuletzt gibt es eine Power-Variante, die zwischen 12 und 30V Eingangsspannung verarbeiten kann. Ich habe mich für 24V entschieden, was die Aufheizzeiten von Druckkopf und Bauplattform drastisch reduzieren sollte.

An manchen Stellen zeigt sich nach meiner Meinung, dass viele RepRapper Computerfreaks sind und keine Maschinenbauer, so werden typischerweise PC-Netzteile eingesetzt, die jedoch nicht für diesen Einsatz gedacht sind. Ich verwende zwei Industrienetzteile von Reichelt, die zum einen 24V/320W für den Drucker und zum anderen 5/12V/32W liefern, letztere für einen Raspberry Pi (5V), der als Druckserver dient, sowie die Beleuchtung aus Ikea-LED-Streifen und den Lüfter, der die Elektronik kühlt (12V). Der Raspberry kann über eine Relaisplatine und die Software Octoprint, die ein Webinterface für den 3D-Drucker liefert, Drucker und Licht ein/ausschalten und den Drucker steuern. Sogar eine Webcam ist angeschlossen, die es ermöglicht, im Intra- oder Internet den Druckvorgang zu überwachen.

Aber jetzt warte ich erstmal noch auf die restlichen Teile, bevor es losgehen kann. Weitere Berichte folgen.

 

4 Comments

  1. Pingback:3D-Drucker – Wer braucht denn so was? – Das :K CAD CAM-Blog

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