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Faro-Scanner in der Höhle: 3D-Archäologie

Einen interessanten Artikel über die Ausgrabung einer Höhle in Franken hat Spiegel Online veröffentlicht. Im Gegensatz zu den meisten anderen Höhlen wurde in dieser noch nie gegraben. Und so nutzen die Archäologen die Möglichkeiten der modernen Technik, darunter einen 3D-Scanner von Faro.

Mit dem 3D-Scanner dokumentiert: Einer der Keltenschädel
Mit dem 3D-Scanner dokumentiert: Einer der Keltenschädel (Bild: Uni Bamberg)

Die auf der nördlichen Frankenalb gelegene Schachthöhle wurde von zwei Höhlenforschern entdeckt und an das Landesamt für Denkmalspflege gemeldet. Im Gegensatz zu der unberührten Kirchbaumhöhle wurden die anderen bekannten Höhlen schon im frühen 20. Jahrhundert ausgegraben, wobei viele Informationen verlorengingen. Um möglichst viel Information zu konservieren, setzten die Forscher um Dr. Timo Seregély von der Professur für Ur- und frühgeschichtliche Archäologie der Uni Bamberg einen 3D-Scanner von Faro ein, um Lage und Zustand der Funde zu dokumentieren. Bisher wurden Knochen von sieben Menschen sowie zahlreichen Tieren gefunden.

3D-Scan eines Schädels aus der Kirschkernhöhle (Bild: Der Spiegel/Uni Bamberg)

Trotz der beengten Verhältnisse mit zerklüfteten Wänden konnten 360Grad-Aufnahmen gemacht werden, die es ermöglichen, einen millimetergenauen Plan der Höhle zu erstellen. Des Weiteren kann der Scanner die sich auf den Knochen befindenden Farbinformationen erfassen, die Hinweise auf Krankheiten oder Belastungen, Manipulationsspuren, Verfärbungen wie Brandstellen oder Sinterüberzüge besitzen. Mit solch moderner Technik wurde in Deutschland noch nie eine Höhle untersucht – ein absolutes Novum. Dadurch soll geklärt werden, unter welchen Umständen Mensch und Tier in die Höhle gelangten. In Frage kommen beispielsweise besondere Bestattungssitten oder rituelle Opferungen.

Der Faro-Scanner in der Kirschkernhöhle
Der Faro-Scanner in der Kirschkernhöhle

Viele Funde liegen noch in der Höhle, einige Knochen wurden bzw. werden noch analysiert. Mit Hilfe der Radiokarbon-Methode soll zunächst das Alter bestimmt werden. Ein erstes Ergebnis vom Schädel eines Jugendlichen hat eine Datierung für den Zeitraum 700 – 400 v. Chr. ergeben. Damit fällt dieser Fund in die Eisenzeit, als die Kelten die Frankenalb besiedelten. 12 weitere Datierungen sind in Auftrag gegeben. „Die Ergebnisse erwarte ich im Herbst bzw. Winter“, so Dr. Timo Seregély. Dann wird feststehen, ob die einzelnen Knochen in derselben Epoche in die Höhle gelangten oder ob es mehrere Deponierungsphasen gab.

Weitere Bilder im Bericht auf Spiegel Online

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