Kommentar: Märkte sind oft konservativer als man denkt

Kommentar: Märkte sind oft konservativer als man denkt Unter den Zahlen, die SolidWorks-CEO Gian Paolo Bassi vor zwei Wochen bei Bechtle präsentierte, fiel mir eine besonders auf: Der große Anteil, den CAD am Dassault Systèmes-Umsatz hat. Und das in einem Unternehmen, das sich zumindest in der Außenwirkung ganz der „Experience Economy“ und anderen Themen verschrieben hat, die wenig mit der nach Kühlschmiermittel duftenden Welt des bodenständigen Maschinenbaus zu tun haben. Doch Dassault ist nicht alleine in diesem Spagat – einerseits Zukunftsthemen zu besetzen und andererseits ganz bodenständig sein Geld zu verdienen. Daran ist auch nichts Falsches, solange alle Beteiligten wissen, dass dies so ist.

Integrierte Plattformen: Produktivitätsbooster und Nervenschoner

Integrierte Plattformen: Produktivitätsbooster und Nervenschoner In meinem ersten Engagement als Redakteur beim CAD CAM Report hatte ich eine Kollegin, die mich zum Wahnsinn bringen konnte mit ihrem „Ralf, hast Du mal eine Sekunde?“ Sie arbeitete in der Layoutabteilung und ich hatte das Büro direkt daneben. Sie verstand nie, dass sie, wenn sie mich wegen jedem kleinen Anlass – eine Zeile kürzen, eine Bildunterschrift verlängern – nicht nur eine Sekunde, sondern mindestens fünf Minuten kostete, bis ich wieder in dem Text drin war, an dem ich gerade arbeitete. Daran musst ich heute denken, als ich einen Blogbeitrag bei Förster & Kreuz las. Und es gibt eine interessante Parallele zur Einführung einer IT-Umgebung, die CAD-Daten für andere Abteilungen bereitstellt.

Autoindustrie erwache – die Zukunft gehört dem Energiemix

Autoindustrie erwache – die Zukunft gehört dem Energiemix Bei uns in der Gegend fahren die ersten Streetscooter herum – in Postgelb und mit einem Posthorn als Markenlogo. Diese Autos sind für mich ein Menetekel für die deutsche Autoindustrie – die Post baut ihre eigenen Elektrofahrzeuge, weil sie keinen Automobilhersteller finden konnte, der praxistaugliche E-Lieferfahrzeuge baut. Die Autoentwickler klammern sich panisch am Verbrennungsmotor fest und versuchen, mit Lobbyarbeit und Betrug die Lebensdauer dieser Technologie zu verlängern, statt mit wirklich innovativen Lösungen dafür zu sorgen, dass ihr Know-how nicht völlig entwertet wird. Und die Politik kümmert sich viel zu sehr um den individuellen Personenverkehr, statt die E-Auto-Technologie dort zu fördern, wo es Sinn macht. Man könnte verzweifeln.

Additive Manufacturing: Jetzt wird es ernst im Metall-3D-Druck 1

Additive Manufacturing: Jetzt wird es ernst im Metall-3D-Druck Oft bekommt man die besten Ideen zu Artikeln abends in der Bar. So auch bei der Stratasys-Veranstaltung vor einigen Wochen, als ich mit Terry Wohlers und einigen Managern aus den USA zusammensaß. Die Dimensionen, in denen diese Manager denken, sind beeindruckend – und ein wenig erschreckend. Am nächsten Tag wurde ich von einem deutschen Journalisten gefragt, ob „dieser 3D-Druck“ eigentlich schon mehr als Spielerei ist. Diese Diskrepanz gab mir zu denken, ich befürchte eine echte Gefahr für die deutschen Additive Manufacturing-Hersteller, die bis heute sehr erfolgreich sind – doch was passiert, wenn der AM-Markt plötzlich wirklich ins Fliegen kommt?

Digital Factory auf der Hannover Messe: Bitte mehr Fokus!

Digital Factory auf der Hannover Messe: Bitte mehr Fokus! Montag und Dienstag war ich zwei vollgepackte Tage lang auf der Hannover Messe und verbrachte praktisch die gesamte Zeit in der Leitmesse Digital Factory. Die Vorberichte hörten sich gut an, auch ich berichtete auf Basis der Pressemeldungen der Messegesellschaft positiv. Die Stimmung auf der Messe war auch wirklich gut – nach einem eher verhaltenen Montag brummte die Digital Factory am Dienstag vor Besuchern. Trotzdem muss ich mich zur Aufteilung und der Platzierung der CAx-Firmen innerhalb der Digital Factory auslassen, denn ich sehe da nicht nur Verbesserungspotential, sondern die Gefahr des Scheiterns der Digital Factory.

Dieselfahrverbote: Wo bleibt die Ingenieursehre?

Dieselfahrverbote: Wo bleibt die Ingenieursehre? Auf Spiegel Online findet sich ein lesenswerter Kommentar zu den angekündigten Fahrverboten für Dieselfahrzeuge in Stuttgart. Der Tenor: Die Politik hat es versäumt, die Autohersteller in ihre Schranken zu weisen, und nun werde die Stammtischfloskel wahr: „Und am Ende zahlt die Rechnung der einfache Bürger.“ Stimmt, die Politiker haben jahrzehntelang weggesehen – aber was soll man denn von Autoherstellern halten, die ihre Kunden seit Jahren und Jahrzehnten betrügen und nun ins offene Messer der Fahrverbote laufen lassen? Und was von deren Konstrukteuren? Wo bleibt denn da die Ingenieursehre?