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Project Speed: Emirates Team New Zealand greift nach Land-Geschwindigkeitsrekord

Was tut man mit einem höchstklassigen Team von Bootskonstrukteuren, Berechnern und Fertigungskapazitäten für Kohlefaserbauteile, wenn gerade nichts zu tun ist? Richtig, man gibt ihnen eine Aufgabe, die sie beschäftigt hält, bei der sie etwas lernen und den Ruhm des Teams vermehren können. Genau das passiert gerade beim Emirates Team New Zealand, das letztes Jahr den America’s Cup gewonnen hat: Ziel ist der Geschwindigkeitsweltrekord für windgetriebene Landfahrzeuge und eine Geschwindigkeit von mindestens 110 Knoten oder 203 km/h.

Emirates Team New Zealand
America’s Cup-Konstrukteure entwickeln und bauen einen „Landsegler“ (Bild: ).

Die Zeit nach einem America’s Cup ist immer gefährlich für die Teams. Der nächste Cup ist vier Jahre in der Zukunft, zunächst müssen sich der letzte Sieger und der neue Herausforderer auf einen Wettbewerbsmodus und ein Reglement für das Boot einigen und man kommt aus einer Phase, in der fieberhaft am Projekt gearbeitet hat, in ein Loch, in dem erst einmal relativ wenig zu tun ist. Die Unsicherheit, wie es weitergeht, ist groß, weshalb sich mancher aus dem Team einen neuen Arbeitgeber oder eine neue Beschäftigung sucht. Um ein Erfolgsteam zusammenzuhalten, braucht es eine Idee oder ein Projekt, an dem sich das Team abarbeiten kann.

Glenn Ashby ist seit zehn Jahren beim Team und hatte als Wing Trimmer entscheidenden Anteil am Sieg der Neuseeländer über das italienische Alinghi-Team. der Australier ist am Strand aufgewachsen und baute schon als Kind Strandsegler, nun verwirklichte er seinen Traum vom ultimativen Landsegler gemeinsam mit seinem Team.

Strandsegler und vor allem Eissegler erreichen schon in einfachsten Ausführungen sehr hohe Geschwindigkeiten, der Weltrekord liegt allerdings aktuell bei 126,1 Meilen pro Stunde beziehungsweise 202,94 km/h. Um eine solche Geschwindigkeit zu erreichen, ist auch für ein hochklassiges Team wie die Konstrukteure und Aerodynamiker von Team New Zealand eine große Herausforderung.

In mehreren Videos zeigt Team New Zealand, welche Herausforderungen auftauchen – zum Beispiel haben die Entwickler keinerlei Erfahrungen mit Rädern und deren Grip auf der Oberfläche eines Salzsees. Auch zum Thema Kohlefaserverarbeitung gibt es interessante Videos auf dem Youtube-Kanal des Teams.

Im ersten, oben eingebetteten Video sind einige interessante Einblicke in Meetings und in die FEM-Berechnung des Fahrzeugs zu sehen. Vor allem machen sich die Simulationsspezialisten, die teils eine Vorgeschichte in der Formel 1 haben, Gedanken um die Sicherheit des Piloten und die Steifigkeit der Zelle im Bereich des Cockpits. Irgendwann hört man Ashby aus dem Hintergrund: „Das wird das sicherste Gefährt, mit dem ich je gesegelt bin!“

Der Rekordversuch soll im Sommer auf einem der großen Salzseen Australiens stattfinden. Danach werden die Konstrukteure sich wohl wieder mit neuem Elan damit beschäftigen, ihre „fliegenden“ Segelboote in (für konventionelle Segler) noch absurdere Geschwindigkeitsbereiche zu bringen.

Mehr Informationen auch bei Segelreporter.de.

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