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Augmented Reality in der Praxis: Henkel nutzt Vuforia Chalk

Demonstratoren für die Nutzung von Augmented Reality (AR) sieht man viele, konkrete Umsetzungen sind eher Mangelware. Dass der Einsatz von AR viel Sinn macht und manchmal schneller als geglaubt in der Praxis genutzt wird, zeigt ein Anwendungsfall, den PTC veröffentlicht hat. In der Coronapandemie konnte Henkel dank AR mit Vuforia Chalk die Kommunikation zwischen den Produktionswerken aufrechterhalten.

Vuforia Chalk
Vuforia Chalk ermöglicht es, in einer Konferenz mit Experten direkt an der Maschine Anmerkungen anzuzeigen (Alle Bilder Henkel/PTC).

Henkel und PTC arbeiten bereits seit einigen Jahren zusammen, um die Digitalisierung in der Produktion weltweit voranzutreiben: Mit Augmented Reality-Applikationen will der Konzern weitere digitale Lösungen in der Produktion implementieren. Als im März 2020 Unternehmen vor den Herausforderungen der Corona-Pandemie stehen, musste auch Henkel schnell reagieren. Die Sicherheit der Mitarbeitenden hatte dabei oberste Priorität. In kürzester Zeit wurden weltweit umfassende Sicherheits- und Hygienekonzepte für die Standorte umgesetzt, um die Sicherheit der Mitarbeitenden zu gewährleisten und die Produktion aufrecht zu erhalten.

Durch die Corona-Krise waren Geschäftsreisen und physische Besprechungen in den Produktionsstätten nur bedingt möglich. Um den Austausch der Mitarbeitenden weiterhin zu gewährleisten, implementierte Henkel die Remote Assistance-Lösung Vuforia Chalk in mehr als 30 Werken seines Unternehmensbereichs Laundry & Home Care. Bei technischen Fragen zu den Produktionslinien oder zur Instandhaltung von Maschinen kann der Produktionsmitarbeiter mit einem beliebigen mobilen Endgerät einen externen oder internen Fachexperten direkt per Videoübertragung kontaktieren. Durch die schnelle Demonstration auf dem Screen des Endgeräts und die direkte Zuschaltung des Experten können Fragen direkt diskutiert und effizient Lösungen gefunden werden. Das spart Zeit, Reisekosten und ebnet den Weg für eine neue Art der virtuellen Zusammenarbeit.

Das Remote Assistent-Tool ist innerhalb von weniger als 30 Minute auf allen Endgeräten installiert. Zudem erfolgt die Bedingung intuitiv, wie bei einem Smartphone – das Tool ist dadurch direkt einsatzbereit. Henkel nutzt die digitale Lösung sowohl für den Austausch zwischen Mitarbeitenden in der Produktion und aus dem Home Office als auch für den Austausch mit Zulieferern und Kunden. Damit bietet Vuforia Chalk eine Möglichkeit, effizient zusammenzuarbeiten, ohne sich physisch zu begegnen. Durch die zuvor installierte digitale Infrastruktur bei Henkel („Digital Backbone“), waren mobile Endgeräte in den Fabriken bereits ausgerollt und eine Implementierung des Tools konnte schnell erfolgen.

Vuforia Chalk hielt die Kommunikation zwischen den Henkel-Werken in der Pandemie aufrecht

„Für uns ist der Austausch zwischen den Mitarbeitern unerlässlich. Vuforia Chalk hat uns ermöglicht, die virtuelle Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitern in den Produktionen und aus dem Home Office zu fördern. Trotz der momentanen Situation müssen wir auf keine Expertise verzichten und können den Wissensaustausch weiter vorantreiben. Das Tool wird bereits von verschiedenen Kollegen genutzt und hat sich insbesondere in den Hochphasen des Lockdowns bewährt“, sagt Stefan Göris, Process Consulting Manufacturing Digital Business, Henkel.

Augmented Reality bei Henkel
Bewegt sich der Anwender, bleiben die Annotationen dreidimensional verankert.

Das Unternehmen produziert in seinen mehr als 30 Laundry & Home Care Werken Haushalts- und Hygieneprodukte für den internationalen Markt und konnte auch in der Corona-Krise seine Geschäfte weiterführen. „Wir wollen sicherstellen, dass unsere Produktion auch in diesen schwierigen Zeiten weiterläuft“, erläutert Jaume Carreras, Projektmanager, der die digitale Transformation in der Laundry & Home Care Produktion in Montornès del Valles, Spanien, verantwortet. „Mit der Vuforia Chalk App haben wir in Zeiten von Grenzschließungen und Reisebeschränkungen eine effiziente Alternative zu physischen Treffen in den Werken gefunden. Einerseits können wir intern die Expertise von Mitarbeitenden von verschiedenen Standorten einholen, andererseits können wir aber auch externe Dienstleister unkompliziert kontaktieren. Der direkte Austausch und das unmittelbare Feedback durch das AR-Tool ermöglichen es uns virtuell effizient zusammenzuarbeiten. Beides passt sehr gut in unsere langfristige, strategische Planung zur digitalen Transformation unseres Unternehmensbereichs.“

„Wir freuen uns, dass unsere Zusammenarbeit einen so wichtigen Beitrag leistet“, so Nathanael Milker, Market Director von PTC. „Beispiele wie diese bestärken uns darin, dass die digitale Transformation einer der wichtigsten Punkte auf der Agenda von Unternehmen sein sollte. So können auch unvorhergesehene Situationen gemeistert werden.“

Ich habe persönlich mit den beiden Henkel-Mitarbeitern gesprochen und sie waren wirklich begeistert, wie einfach Chalk zu nutzen ist. Die Chalk-Lizenzierung sieht vor, dass nur einer der an einem Gespräch Beteiligten eine Lizenz benötigt. Der Einladende verschickt einen Code an die anderen Gesprächsbeteiligten und diese können sich nach der Installation des Chalk-Clients in das Gespräch wie in eine Videokonferenz einwählen.

Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Konferenz können alle Beteiligten allerdings am Kamerabild Annotationen anbringen, die an der Stelle verankert bleiben. Man kann also um eine Maschine herumgehen, mit der Tabletkamera die Maschine aufnehmen und in der Diskussion Annotationen anbringen und Dinge zeigen („Dreh diese Schraube“), die im 3D-Raum verankert sind und auch abgespeichert werden können. Die Henkel-Mitarbeiter beurteilten dies als extrem hilfreich – AR ist also nicht so komplex wie oft gedacht und sehr effizient. Offensichtlich bietet Vuforia Chalk dazu einen sehr niederschwelligen Zugang zu AR.

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