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Survival für Start-Ups: Tipps für das Überleben in der Coronakrise

Es besteht die Gefahr, dass viele Start-Ups den Corona-Lockdown nicht überleben. Diese neu gestarteten Unternehmen haben oft keine finanziellen Reserven und wollen oft auf den Markt kommen, bevor Konkurrenten aufschießen können. Zudem sind Investoren in der Krise weniger bereit, Start-Ups zu unterstützen. Der Corona-Lockdown bremst diese jungen, innovativen Unternehmen besonders stark aus. Die Politik beginnt, das Problem zu verstehen und reagiert mit Finanzspritzen, aber wie so oft ist Geld eben nicht alles, wie eine Mitteilung von Laserhub und One Click Metal zeigt.

Jethro Kramer von Laserhub
Jethro Kramer von Laserhub sieht in der Krise eine Chance für neue Ideen (Alle Bildeer: Laserhub).

Die Laserhub GmbH, Anbieter der gleichnamigen Plattform für Auftrags- und Beschaffungsmanagement in der Blechbranche, und die One Click Metal GmbH, ein Start-up für industrielle Metall-3D-Druck-Systeme, haben aus den eigenen Erfahrungen der vergangenen Wochen fünf Tipps für junge Unternehmen entwickelt, um die Corona-Krise zu meistern.

Jethro Kramer, Sales Manager von Laserhub, und One-Click-Metal-Gründer Björn Ullmann stellen die fünf Elemente des Survival-Guides für industrielle Start-ups vor. „Da man selten auf gute Ideen kommt, wenn man allein im stillen Kämmerlein sitzt, suchen wir immer den Austausch mit spannenden Unternehmen. So entstanden in einer Videokonferenz mit One Click Metal ein paar Ansätze, die wir auch anderen jungen Unternehmen nicht vorenthalten wollen“, erklärt Kramer. „Sicherlich mag nicht jede Idee in jedem Start-up identisch umsetzbar sein, aber es lohnt sicherlich, sich darüber Gedanken zu machen.“

1. Die Effizienz erhöhen

Start-ups sind von Natur aus grundsätzlich auf schnelles Wachstum ausgelegt, häufig ermöglicht nicht nur durch gute Ideen, sondern auch Investorengelder. Schnelles beziehungsweise hohes Wachstum ist aber aktuell ein Phänomen, das in der metallverarbeitenden Industrie nicht zu sehen ist. Für beide Unternehmen gilt aber glücklicherweise, dass das Geschäft trotz Krise noch weiterläuft. Somit gilt es, mit den vorhandenen Mitteln intelligent zu wirtschaften. Ein Weg hierfür ist der Umstieg auf neue Bezugsmodelle, im IT-Bereich als „as-a-Service“ bekannt. Viele Anbieter haben hier mittlerweile Dienste entwickelt, die nutzungsabhängig abrechnen und per Mausklick aktiviert beziehungsweise abbestellt werden können. Dazu gehören mittlerweile auch Angebote von Cloud-Security-Service-Providern (CSSP), die gemanagte IT-Sicherheit aus der Cloud anbieten und somit Start-ups entlasten.

 2. Vorsicht bei Corona-Hypes!

Viele Unternehmen versuchen aktuell, auf den Corona-Zug aufzuspringen, ohne im Kern das notwendige Know-how oder die notwendigen Ressourcen mitzubringen. So werden beispielsweise im Bereich 3D-Druck Erwartungen und Hoffnungen geschürt, die bei nüchterner Betrachtungsweise nicht erfüllt werden können. Dies birgt zwei Gefahren: Das Aufspringen auf den Corona-Zug, das oft lediglich der Effekthascherei dient, kann von der Öffentlichkeit und der Kundschaft durchaus negativ quittiert werden. Zudem ist genau zu überlegen, ob ein Umstellen der Produktion auf „Corona-Produkte“ wirtschaftlich abbildbar ist. „Es ist natürlich großartig, wenn sich Start-Ups durch Initiative und kreative Ideen einbringen, um die Folgen der Krise für die Gesellschaft zu lindern. Dazu kann ich nur ermutigen“, erklärt Björn Ullmann. „Und ja, Corona wird einiges verändern, keine Frage. Aber dennoch sollten gerade junge Unternehmen auch jetzt weiter daran arbeiten, ihre eigentlichen Kompetenzen, Produkte und Services weiterzuentwickeln. Mit einem hohen Maß an Unsicherheit umzugehen, gehört ja ohnehin zur DNA eines jeden Start-Ups“.

3. Neue Vertriebswege öffnen

Verbunden mit den aktuellen Restriktionen – beispielsweise den Mobilitätsbeschränkungen und Ladenschließungen – kommen nun doch auch viele Unternehmen ins Grübeln, wie krisen- und zukunftssicher ihre Vertriebs- und Bezugswege sowie ihre Produktionsressourcen sind. Dies wird aber wiederum dadurch erschwert, dass man sich aktuell nicht auf Messen und Kongressen über neue Partner, neue Maschinen für die Inhouse-Produktion und andere Aspekte informieren kann. Hierin steckt wiederum Potential für Start-ups, die häufig ohnehin für neue Vertriebskonzepte gerüstet sind und selten über ein Heer an Außendienstmitarbeitern verfügen. Diesen Vorsprung im Vergleich zu den etablierten Spielern gilt es nun zu nutzen und wenn möglich sogar auszubauen.

 4. Aufmerksamkeit nutzen, Zielgruppen an Themen heranführen

Björn Ullmann von One Klick Metal
Gerade Start-Ups sollten jetzt an ihren Kompetenzen arbeiten, findet Björn Ullmann von One Click Metal.

Viele – auch wenn nicht alle – Kunden von Start-ups haben aktuell leider weniger zu tun als sie es sich wünschen. Dadurch entsteht an vielen Stellen die Möglichkeit und die Bereitschaft, sich mit Themen jenseits des Geschäftsalltags zu befassen. „Gerade im Mittelstand haben es neue Technologien, Produkte und Services oft schwer, sich durchzusetzen, da sie häufig gar nicht wahrgenommen werden“, berichtet Jethro Kramer. „Geschäftsführer, Eigentümer und Produktionsleiter haben meist so viel um die Ohren, dass sie schon froh sind, wenn die vorhandenen Maschinen und Materialien keinen Ärger machen. In der aktuellen Phase besteht für Start-ups die Chance, potenzielle Kunden mit der Frage zu konfrontieren, ob eine völlig neue Idee, ein digitaler Ansatz oder neue Partner nicht langfristig mehr Erfolg versprechen als ein Ansatz nach dem Motto Business as usual.“

 5. Inseln verbinden

Auch wenn bei zahlreichen Start-Ups das mobile Arbeiten, Home-Office und digitale Kollaboration an der Tagesordnung sind, so fand bisher ein großer Teil der Arbeit dennoch gemeinsam mit Kollegen im Büro statt. „Zu Beginn der Krise und der strikten Home-Office-Phase kam zunächst an vielen Stellen sogar eine gewisse Begeisterung auf durch das vermeintliche Plus an Produktivität, da sich jeder mangels Ablenkung auf den Job fokussiert hat. Jetzt wird aber langsam klar, dass die Ablenkung doch auch eine wichtige soziale und emotionale Wirkung hat“, erklärt Ullmann. „Aktuell sollte jedes Unternehmen viel Energie darauf verwenden, dass die Belegschaft auch digital den Draht zueinander hält. Dies kann durchaus mehr sein als Web-Konferenzen. Egal ob nun gemeinsames Online-Gaming, Video- und Foto-Challenges, Büro-Fitnesskurse via Webcam… Es gibt unendlich viele Möglichkeiten das soziale Leben im Start-Up aufrechtzuerhalten.“

 

Ich finde diese Tipps sehr interessant – und das beileibe nicht nur für Start-Ups. Die freiwerdende Zeit in der Krise lässt sich nutzen, über hergebrachte Abläufe und Werkzeuge nachzudenken, Prozesse zu optimieren und sich neu aufzustellen. Ich finde auch im Vorspann eine interessante Idee: Nutzen Sie die Zeit für Gespräche mit Kollegen, Partnerunternehmen, Marktbegleitern und anderen – das hilft, neue Ideen zu entwickeln und sich Best Practices abzuschauen.

Jeder hat doch diese Baustellen, um die man sich immer kümmern wollte – jetzt ist die Zeit dazu. Nutzen Sie die Krise und starten Sie gestärkt durch, wenn die Wirtschaft wieder anspringt!

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1 Comment

  1. Dirk Pieper

    Da kann ich nur voll mit gehen! Nichts war so effektiv wie die Raucherecke vor der Crashanlage meines ehemaligen Arbeitgebers (lang ist’s her). Prototypen, die an der Raucherecke vorbei getragen wurden, erfuhren so Enwicklungsungs-Iterationen in nur einer Zigarettenlänge. Hast Du daran gedacht, dass…
    .. und schon waren ganze Entwicklungstage eingespart.

    Lange her, diese Zigarettenpausen, und lange rauche ich auch schon nicht mehr.
    Meine persönliche Raucherecke sind Deine Seiten, Ralf, und natürlich mein CAE-Forum.

    Meine virtuellen Kaffeepausen, Simulations-Stammtische, Vorträge und Diskussionen bündel ich jetzt ganz neu auf den Seiten http://www.cae-news.de.

    Ich freue mich auf zukünftige virtuelle (Dienstag) und später dann auch wieder reale Kaffeepausen!

    Viele Grüße

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