Bechtle erweitert SolidWorks-Engagement mit Coffee

Eigentlich hatte ich– zumindest hier im Blog – gestern „den Riemen runtergeworfen“, wie der Schwabe sagt. Aber die News, die heute ins Postfach geflattert kam, ist doch so wichtig, dass ich nochmal tätig werden muss: Bechtle kauft Coffee, ein SolidWorks-Systemhaus aus Angelburg. Bechtle ergänzt damit seine schon bisher umfangreiche Sammlung an SolidWorks-Systemhäusern. Zudem akquiriert Bechtle den Security-Spezialisten Bücker mit Sitz im ostwestfälischen Hille.

Coffee-Logo

Coffee schlüpft unter das Bechtle-Dach.

[Update 14:20: Infos zu Mark3D am Ende des Texts angefügt] Die Bechtle AG akquiriert die Coffee GmbH mit Sitz im hessischen Angelburg und sieben weiteren Standorten in Deutschland. Coffee wurde 1997 von Daniel Held gegründet, seit 2010 ist als zweiter geschäftsführender Gesellschafter Holger Arenz dabei, der mit seinen Mitarbeitern von München aus den südlichen Teil der Republik abdeckt.

Coffee zählt insbesondere Unternehmen aus den konstruktionsintensiven Branchen Maschinen-, Anlagen- und Werkzeugbau sowie Produktdesign zu seinen Kunden. Der CAD-Spezialist betreut mehr als 2.800 Kunden mit Komplettlösungen für die Fertigung und Entwicklung. Das Unternehmen ist zertifizierter Partner für SolidWorks und SolidCAM und deckt das gesamte Produktspektrum der Hersteller ab. Coffee erzielte im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz von 13,6 Millionen Euro und beschäftigt derzeit rund 70 Mitarbeiter.

Der Gründer von Coffee und bisherige geschäftsführende Gesellschafter, Daniel Held, stellt Bechtle seine über 20-jährige Markterfahrung als Berater für 3D-CAD-Business zur Verfügung. Neben Holger Arenz, seit acht Jahren geschäftsführender Gesellschafter von Coffee, übernimmt auch der langjährige Vertriebsleiter Torsten Seelig die Geschäftsführung. Coffee wird als SolidWorks-Systemhaus auch künftig unter dem etablierten Firmennamen geführt.

Daniel Held: „Die Märkte und Anforderungen unserer Kunden ändern sich umfassend. Coffee will auch zukünftig in einem mehr und mehr von SaaS- und Cloud-Business geprägten Umfeld mit und für unsere Kunden überdurchschnittlich wachsen. Dazu ist die Bechtle AG mit ihrem gesamten Portfolio und ihrer Ausrichtung auf unsere mittelständischen Kunden ein Partner, wie wir ihn uns passender nicht vorstellen könnten. Sicherheit und Größe von Bechtle zusammen mit der gewohnten Flexibilität und Innovationsstärke der Coffee – ein Dreamteam für unsere Kunden und Mitarbeiter.“

Die Coffee-Geschäftsführer Daniel Held und Holger Arenz (Bilder: Coffee).

In Deutschland ist Bechtle mit SolidLine, Solidpro und C-CAM im SolidWorks-Markt vertreten, in Österreich mit planetsoftware und in der Schweiz mit Solid Solutions. Die Bechtle Gruppe ist mit derzeit 37 Standorten und rund 450 Mitarbeitern größter SolidWorks-Partner in Europa und hält den höchsten Zertifizierungsstatus des wichtigsten CAD-Softwareherstellers.

Bechtle bündelt jahrzehntelange Kompetenz und Erfahrung mit Business-Applikationen im Geschäftsbereich Software und Anwendungslösungen und nutzt dort auch die im Konzern vorhandenen Vertriebssynergien der 70 Bechtle IT-Systemhäuser. „Mit Coffee haben wir ein sehr dynamisches, modernes Unternehmen mit hervorragend ausgebildeten Spezialisten für Bechtle gewinnen können. Der Kundennutzen liegt insbesondere in dem deutlich erweiterten Portfolio, auf das Coffee als Teil der Bechtle Gruppe nun direkt zugreifen kann. Ein Gewinn für alle Seiten“, sagt Michael Guschlbauer, Vorstand IT-Systemhaus & Managed Services der Bechtle AG.

Uwe Burk, Senior Director Sales – Professional Channel, Dassault Systèmes: „Wir begrüßen das Engagement der Bechtle AG, Präsenz und Wachstum im Dassault Systèmes SolidWorks Geschäft weiter zu verstärken. Wir sind überzeugt, dass sich durch die Aufnahme der Coffee GmbH in die Bechtle AG der überdurchschnittliche Wachstumskurs weiter ausbauen lässt.“

Die Übernahme steht unter dem Vorbehalt der kartellbehördlichen Genehmigung. Über Konditionen und Kaufsumme wurde wie üblich Stillschweigen vereinbart.

Auch im IT-Security-Bereich verstärkt sich Bechtle mit der Akquise der R.Bücker EDV-Beratung Datentechnik GmbH (Bücker) mit Sitz im ost-westfälischen Hille. Der 1992 gegründete Spezialist für IT-Security beschäftigt 43 Mitarbeiter und erzielte im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz von mehr als 16 Millionen Euro.

Bücker ist seit 26 Jahren im deutschen IT-Markt aktiv und hat sich überregional als Spezialist für IT-Security insbesondere für mittelständische Unternehmen und öffentliche Einrichtungen etabliert. Das Angebotsspektrum deckt Lizenzierung sowie Beratung und Dienstleistung rund um IT-Sicherheit ab. Bücker verfügt über ausgewiesene Experten im Wachstumsmarkt Security, exzellente Herstellerbeziehungen und branchenübergreifend gewachsene Kundenbindungen. Das IT-Beratungsunternehmen regelt durch den Verkauf auch die langfristige Nachfolge der beiden Gründer Rosemarie und Peter Bücker, die weiterhin als Geschäftsführer im Unternehmen bleiben. Die Freigabe der zuständigen Kartellbehörde vorausgesetzt, soll das Unternehmen zukünftig als Bücker Security GmbH firmieren.

Noch ein SolidWorks-Partner unter dem Bechtle-Dach – nun bleiben als SolidWorks-Partner ohne Bindung zu Bechtle in Deutschland nur noch DPS, MB CAD und einige kleinere Partner, die sich auf Teilaspekte wie Simulation, CAM oder Education spezialisiert sind. Das ist einerseits eine ziemlich starke Konzentration – ich bin sicher, dass die Prüfung durch die Kartellbehörden keine reine Formsache sein wird.

Andererseits zeigt es den Druck, unter dem SolidWorks-Partner – wie auch andere CAD-Partner – heute stehen: Die Kunden verlangen eine große Hingabe und ständige Verfügbarkeit der Ansprechpartner sowie regionale Nähe, gleichzeitig werden die Anforderungen an das Know-how der Partner immer höher. SolidWorks wächst seit Jahren immer weiter in die Breite, was eben auch bedeutet, dass die Partner Spezialisten für immer mehr Disziplinen vorhalten müssen – allein in den letzten Jahren sind unter anderem die Themen FEM, Mechatronik und CAM hinzugekommen. Diese breite Ausrichtung ist von kleineren Partnern kaum noch zu schaffen, was zu Zusammenschlüssen führt.

Und noch eins wird meiner Meinung nach sichtbar: Es ist für die Unternehmen in diesem Bereich sehr schwer, neue Mitarbeiter zu finden. Mit dem Coffee-Team hat Bechtle eine motivierte, tolle Truppe in sein Team geholt. Auf dem freien Markt wäre ein solches personelles Wachstum kaum möglich gewesen.

Zum Schluss noch eine Info, die ich nachträglich bekommen habe: Die Aktivitäten als einer der größten Reseller von MarkForged-3D-Druckern sind schon seit einiger Zeit in einer eigenständigen Firma namens Mark3D ausgelagert. Die Mark3D GmbH ist nicht Bestandteils des Verkaufs an Bechtle, bleibt also unter Führung von Daniel Held eigenständig.

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