Prostep Konverter: Meyer-Werft hat die Schnittstellen im Griff

Anfang Dezember habe ich in einer Titelstory für MM Maschinenmarkt beschrieben, wie man bei der Entscheidung „Alles aus einer Hand oder Best-in-Class“ zu einer fundierten Entscheidung kommt. Diese Entscheidung hängt von einer ganzen Reihe von Kriterien ab. Oft aber gibt es gar keine Entscheidungsmöglichkeit, sondern es geht kein Weg an einer heterogenen Lösung vorbei. Im Newsletter der Prostep AG habe ich dazu ein interessantes und lesenswertes Beispiel gefunden – und einen Lösungsansatz, wie sich heterogene Systeme zu einer funktionalen Entwicklungsumgebung zusammenbringen lassen: Mit Hilfe des Prostep Konverter.

Dr. Jan Meyer, Geschäftsleitung der Meyer Werft und Geschäftsführer der Meyer Turku-Werft (Bild: Meyer Werft).

Die Softwareumgebung, in der ein Produkt entsteht, ist je nach Unternehmen und je nach Produkt unterschiedlich und auch verschieden umfangreich. Das eine Extrem wäre ein einzelner, autarker CAD-Arbeitsplatz, das andere Ende der Palette sind weitreichende, verzweigte Landschaften, die sich weit in die Lieferkette hineinziehen. Schon im eigenen Unternehmen ist es nicht einfach, „sortenrein“ zu konstruieren, um wieviel schwieriger ist das in Umgebungen, die Unternehmensgrenzen überschreiten? Hier ist ein gutes Schnittstellenmanagement gefragt.

Zudem ist ein integriertes System nicht unbedingt das Ideal, dem man sich möglichst annähern muss. Eine Kollektion starker, spezialisierter Programme verschiedener Anbieter hat durchaus seine Vorteile, bringt allerdings mehr Potential für Probleme an den Schnittstellen mit sich. Doch auch dafür gibt es Lösungen, wie das Interview im Prostep-Newsletter mit Dr. Jan Meyer von der gleichnamigen Werft zeigt.

Die Werft nutzt im Stammbetrieb in Papenburg Catia, während bei Meyer-Turku, der finnischen Tochterwerft, Aveva und Cadmatic im Einsatz sind. Das war so lange kein Problem, wie die Werften unabhängig voneinander ihre Kreuzfahrtschiffe entwickelten und bauten. Doch auch im Schiffsbau beginnt man, Einzelbauten durch Plattformkonzepte zu ersetzen. Konkret beschloss die Carnival Corp., einer der großen Meyer-Kunden, bei einer Bestellung mehrerer Schiffe für ihre unterschiedlichen Marken, die unterschiedliche Zielgruppen und -märkte ansprechen, auf eine einheitliche Plattform zu setzen. Sie suchten nach Skalen- und Synergieeffekten, nicht nur beim Bau, sondern auch im späteren Betrieb der Schiffe. Deshalb kam Carnival auf die Idee, sehr unterschiedliche aussehende Schiffe auf derselben technischen Grundlage zu bauen. „Die Passagiere werden die Schiffe als einzigartig erleben, weil Sonnendecks, öffentliche Bereiche etc. komplett anders aussehen, obwohl der Unterbau der gleiche ist“, so Meyer im Interview mit Prostep.

Ein weiteres Zitat aus dem Interview: „Die besondere Herausforderung bestand darin, dass das erste Schiff für AIDA Cruises in Papenburg gebaut werden soll, während die COSTA-Schiffe in Turku gebaut werden. Aufgrund der vereinbarten Lieferzeit, mussten wir mit der Konstruktion für die COSTA-Linie anfangen bevor die Konstruktion der AIDA abgeschlossen war. Da die öffentlichen Bereiche der beiden Schiffe sehr unterschiedlich sind, mussten wir außerdem in der Lage sein, die originalen Konstruktionsdaten mit unterschiedlichen CAD-Tools sehr stark zu verändern.“

Auch Kreuzfahrtschiffe werden heute als Plattformsystem gebaut (Bild: Aida Cruises).

Meyer fand eine Lösung im Prostep Konverter, der es ermöglicht, die Daten der beteiligten CAD-Systeme zwischen den Systemen zu übertragen. Die Palette der System reicht dabei weit über die drei genannten Pakete hinaus, da die Meyer-Werft lediglich 15-25 Prozent der Wertschöpfung selbst erbringt und den Rest schlüsselfertig von Lieferanten bezieht. Nichtsdestotrotz muss im Projekt ein vollständiges, richtiges und aktuelles CAD- und Datenmodell stehen, was wiederum erfordert, dass die Daten der unterschiedlichsten Systeme in einer Datenbank zusammenkommen. Das wiederum ermöglicht der Prostep Konverter.

Der Bau eines Kreuzfahrtschiffs gleicht dem Bau eines ganzen Stadtteils mit 1.000 Einfamilienhäusern, Restaurants, Infrastruktur und Versorgungsleitungen. Pannen in der Planung lassen sich in einem so hochkomplexen Produkt nur sehr aufwändig reparieren. Da lohnt es sich, etwas Zeit und Mühe in die Optimierung der Datenflüsse zu stecken. Offensichtlich hat Meyer in Prostep da den richtigen Partner gefunden.

Leave a Reply