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formnext: Ein ausbaufähiger Punktsieg für Frankfurt

So, nachdem die formnext zu Ende gegangen ist, kann ich mit einem letzten Artikel meine kleine Serie von Gedanken über die Herbstmesse(n) abschließen und ein Fazit ziehen. Die formnext war zwar relativ klein, aber die Stimmung war weitaus besser als bei der Euromold in Düsseldorf – für mich hat Frankfurt eindeutig gewonnen.

So voll war es nicht immer - trotzdem war immer etwas los auf den Gängen (Alle Bilder: Mesago)
So voll war es nicht immer – trotzdem war immer etwas los auf den Gängen (Alle Bilder: Mesago)

Andy Middleton, EMEA-Präsident von Stratasys, war sehr angetan von der Messe und lobte die Zusammensetzung der Besucher – wer hier sei, sei tatsächlich interessiert am 3D-Druck und Formenbau. Der 3D-Druckerhersteller hatte sich mit dem größten Messestand nicht nur der formnext, sondern auch dem größten Stand, den Stratasys jemals in Europa aufgebaut hat, weit aus dem Fenster gelohnt. Und anscheinend hatte es sich gelohnt, die Kontakte seien extrem interessant gewesen. „Wir hatten eine sehr hohe Qualität der Besucher und auch neue Kontakte mit konkretem Interesse“, sagte Deniz Okur, Marketing Manager 3D Production Printers bei 3D Systems in der Abschlusspressemeldung. „In 2016 werden wir deshalb mit noch größerem Engagement auf der formnext präsent sein.“

Dasselbe hörte ich von allen Besuchern, mit denen ich über die formnext sprach. Dementsprechend gut war die Stimmung auf den Ständen, abwartende Stimmen habe ich zumindest nicht gehört. Auffallend war der gegenüber der Euromold insgesamt aufwändigere Messebau, die geschwungene Hallendecke der Frankfurter Messehalle 3 tat ihr übriges zum Bild einer stimmigen Messe.

Allerdings war auch die formnext nicht perfekt: Das Übergewicht der Rapid Prototyping-Technologie war sehr groß, wie auf der Euromold zeigten sich aus dem CAD/CAM-Bereich nur Autodesk und encee. Der Formenbaubereich war prominent bestückt, aber eben auch relativ klein – kein Vergleich zu vergangenen Messen, wo eine ganze „Maschinenhalle“ schon akustisch für geschäftige Atmosphäre sorgte.

Die nackten Zahlen aus den jeweiligen Abschlussberichten:

MesseMoulding ExpoEuromoldformnext
AustragungsortStuttgartDüsseldorfFrankfurt
Datum 201505.-08. Mai22.-25. September17.-20. November
Datum 2016– (2-jährig)06.-09. Dezember15.-18. November
Aussteller 2015619453232
Besucher 2015ca. 15.00011.1608.982
Ausstellungsfläche 2015 in m²31.500(k.A., ich frage noch nach)14.028

Im Prinzip müsste man Stuttgart zum Sieger erklären, mit der Frequenz in jedem zweiten Jahr und der Terminierung im Frühsommer bildet die Moulding Expo meiner Meinung nach jedoch weder eine direkte Konkurrenz zu den anderen Messen noch kann sie sich als „Nachfolger“ positionieren. Bleiben die nackten Zahlen, die für die Euromold sprechen – die reine Ausstellungsfläche, die die Euromold in der Pressemitteilung nicht nennt, dürfte übrigens in etwa dieselbe wie bei der formnext  gewesen sein.

Die TCT-Konferenz auf der formnext war gut besucht.
Die TCT-Konferenz auf der formnext war gut besucht.

Stimmung bei Ausstellern und Besuchern spricht für formnext

Trotzdem bleibe ich bei meiner Meinung: Die wesentlich bessere Zusammensetzung der Aussteller und vor allem die Stimmung von Besuchern und Ausstellern sprechen für die formnext. Wir werden es im nächsten Jahr erleben: Die beiden Messen sind innerhalb von vier Wochen, weil die Euromold terminlich vor der K „flüchten“ muss. Da werden sich die Aussteller und auch die Besucher entscheiden müssen.

Wenn ich mir eine Messe backen dürfte – wir sind ja schließlich fast in der Adventszeit – sähe die neue Messe so aus:

  • Die beiden Konferenzprogramme werfen wir zusammen, Terry Wohlers brachte tolle Sprecher nach Düsseldorf, aber auch die TCT-Konferenz war sehr gut besucht.
  • Die Messe findet Mitte/Ende November in Frankfurt statt, das Messegelände ist einfach schöner. Die zweistöckige Halle 3 bietet sich als Austragungsort weiterhin an.
  • Das Untergeschoß wünsche ich mir voll mit Maschinen, Formenbau-Anbietern und CAM-Firmen – einfach so wie die Halle 8 früher. Im ersten Stock treffen sich dann die CAD-Anbieter und der Bereich der additiven Technologien, aufgeteilt in Profi-3D-Druck und eine Startup-Area für die Startups und kleineren Anbieter – Leute, schaut Euch doch mal die Rapid Tech/fabcon in Erfurt an – dort treten beide Bereiche in einen fruchtbaren Dialog. Übrigens arbeitet die Moulding Expo mit den Erfurtern zusammen.
  • Die Zusammensetzung der Aussteller bietet einen kompletten Überblick über die digitale Produktentstehungs-Prozesskette von CAD – von mir aus gerne auch sogar mit vorgelagertem Design – über Rapid Prototyping und CAM bis hin zum Formen- und Werkzeugbau.
  • Bitte kein Gigantismus und keine überzogenen Ansprüche mehr – wenn die skizzierte Messe 500, 600 Aussteller und nochmal 50 bis 100 Anbieter im Startup-Bereich hat, ist das ein Riesenerfolg und eine gute Größe für die Besucher. Die Zeiten der 1000-Aussteller-Euromolds ist vorbei und kommen – glaube ich – nicht wieder.
Interessante Neuigkeiten gab es auf der formnext zu sehen.
Interessante Neuigkeiten gab es auf der formnext zu sehen.

Ich drücke jedenfalls die Daumen, dass im nächsten Jahr viele Aussteller, die in diesem Jahr abgewartet haben, zurückkommen und die Frankfurter Herbstmesse – wie immer sie auch heißen wird – zu einem tollen und positiven Messeerlebnis machen.

Im nächsten Blogpost präsentiere ich noch einige der Highlights der formnext.

4 Comments

  1. Stefanie

    Hallo Ralf,

    sehr gute Zusammenfassung des Messejahres. Wenn du deine selbstgebackene Messe umsetzt, ich bin dabei! Und zu der mäßigen Beteiligung der CAD Anbieter. Das wird sich hoffentlich bald ändern :-)

    Grüße

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