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Kaufrausch: MSC Software übernimmt Simufact

Es ist ein bisschen etwas wie eine Heimführung: MSC Software hat den Hamburger Spezialisten für die Umform- und Schweißsimulation Simufact Engineering übernommen. Die Produkte Simufact.forming für die Umformsimulation und Simufact.welding für die Schweißstruktursimulation basieren auf der MSC-Softwaretechnologie für die nichtlineare Simulation und ermöglichen es, Umformprozesse und Fügevorgänge sehr realitätsnah zu analysieren.

Simufact.forming simuliert Umformvorgänge vom Walzen bis zum Schmieden (Alle Bilder: Simufact).
Simufact.forming simuliert Umformvorgänge vom Walzen bis zum Schmieden (Alle Bilder: Simufact).

Das Unternehmen wurde unter dem Namen Femutec Engineering gegründet und bot vor allem für Unternehmen aus dem Bereich der Automobilindustrie Beratung für Umformprozesse. Daraus entwickelte sich eine Zusammenarbeit mit MSC Software, schließlich entwickelte das Unternehmen eigene Applikationen, die auf Basis der MSC-Berechnungslösungen SuperForm und SuperForge liefen. Im Jahr 2007 übernahm Simufact die beiden Basislösungen von MSC und entwickelte sie in eigener Regie weiter.

Das Simufact-Prinzip: „Right First Time“

Schmiedeumformprozesse sind hochkomplex, nur mit der richtigen Temperaturführung ist es möglich, den Schmiederohling in die richtige Form zu bringen und am Ende die gewünschten Materialeigenschaften zu erhalten. Ähnlich ist es beim Schweißen – die Hitze des Schweißvorgangs sorgt nicht nur für die Verbindung der Bauteile mit dem Schweißzusatzwerkstoff, sondern auch für Gefügeveränderungen, die durch geeignete Temperaturführung in die gewünschte Richtung geführt werden müssen. Zudem verursacht Hitze Verzug, der sich mit einem geeigneten Ablauf des Schweißvorgangs verhindern oder zumindest verringern lässt.

Auch beim Schweißen geht es oft um sehr teure Werkstücke - da lohnt sich die Simulation.
Auch beim Schweißen geht es oft um sehr teure Werkstücke – da lohnt sich die Simulation.

Simufact formuliert auf seiner Website wie folgt: „Industrielle Schweißprozesse setzen ein hohes Maß an Prozesssicherheit voraus. Maßgeblich für die Qualität des Prozesses ist die korrekte Entwicklung des Schweißplanes, wie es unter anderem für die Programmierung von Schweißrobotern erforderlich ist. Die korrekte Anwendung von Spannvorrichtungen, das zum Einsatz kommende Schweißverfahren sowie der Energieeintrag kommen hinzu. Verzüge an der Endgeometrie müssen sicher beherrscht werden, damit Bauteile toleranzgenau in Serie gefertigt werden können. Kenntnisse über die Ausprägung der Wärmeeinflusszone erlauben es dem Fachmann, Rückschlüsse auf die Eigenschaften von Schweißnähten zu ziehen.“

Die Akquisition von Simufact durch MSC macht in meinen Augen viel Sinn – die Simulation wird immer stärker in der Produktentstehungsphase integriert, da macht es Sinn, auch die Fertigungsabläufe mit Hilfe von Simulation so vorzubereiten, dass langwierige reale Tests überflüssig werden. Bei großen Schmiedeteilen und Schweißkonstruktionen wie Autokarosserien geht es zudem um sehr teure Bauteile und Maschinen, da bringt eine virtuelle Einrichtung große Einsparungen. Und MSC kennt die Software, die man da einkauft – man hat sie ja schließlich selbst entwickelt. Das Risiko dürfte also durchaus überschaubar sein.

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