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Mechatronik gestärkt: Eplan-Muttergesellschaft kauft Cideon

Die Friedhelm Loh Group, unter anderem die Muttergesellschaft des Schaltschrankbauers Rittal und der Elektrotechnik-Softwareschmiede Eplan, übernimmt den Autodesk-Spezialisten Cideon. Der Bereich Software und Engineering der Loh Group wird damit nach eigenen Aussagen größter Autodesk-Mechanik-Partner im Mechanikbereich. Der Vollzug der Transaktion muss noch vom Bundeskartellamt freigegeben werden. Der Verkaufspreis wurde nicht bekannt gegeben.

Friedhelm Loh, Vorstandsvorsitzender der Friedhelm Loh Group (Alle Bilder: F. Loh Group
Friedhelm Loh, Vorstandsvorsitzender der Friedhelm Loh Group (Alle Bilder: F. Loh Group

Eplan bietet ein Portfolio eigenentwickelter Elektrotechnik-CAD-Software an und nutzt für den mechanischen Teil der Entwicklung schon seit langer Zeit die Autodesk—Produktlinie. Eplan war Autodek-Vertriebspartner, bis die Friedhelm Loh-Group Mitzte Juni die Troisdorfer Kuttig Computeranwendungen GmbH übernommen hat. Eplan übergab in der Folge sein Autodesk-Vertriebsgeschäft an die Schwesterfirma. Dies bedeutete für Kuttig eine Verdopplung des Autodesk-Umsatzes und den Aufstieg zum drittgrößten Autodesk-Reseller im deutschsprachigen Raum. Nach dem Zusammenschluss hatte das Unternehmen 100 Mitarbeiter.

Cideon ist da mit 420 Mitarbeitern, 57,5 Mio. Euro Umsatz im letzten Jahr und dem Platinum-Partnerstatus – den Kuttig erst anstrebte – ein anderes Kaliber. Das zuvor bei Eplan und jetzt bei Kuttig vorhandene Mechanik-Know-how wird denn auch zum nächstmöglichen Zeitpunkt bei Cideon gebündelt, um wie aus der Pressemitteilung hervorgeht, die positiven Effekte aus dem Zusammenschluss sowohl für die Kunden als auch für Autodesk schnellstmöglich zugänglich zu machen.

Lenz Finster, Vorstandsvorsitzender bei der Cideon AG: „Besonders die internationale Aufstellung von Rittal und Eplan wird uns dabei helfen, unsere Produkte und Lösungen auch international, vor allem im asiatischen Raum, viel stärker zu vermarkten.“
Lenz Finster, Vorstandsvorsitzender bei der Cideon AG: „Besonders die internationale Aufstellung von Rittal und Eplan wird uns dabei helfen, unsere Produkte und Lösungen auch international, vor allem im asiatischen Raum, viel stärker zu vermarkten.“

Neben dem Autodesk-Geschäft bringt Cideon zudem eine Engineering-Dienstleistungssparte in die Ehe mit ein. Ebenfalls sehr interessant ist Cideons drittes Standbein, die SAP-Entwicklungspartnerschaft, in der eine Schnittstelle zwischen dem ERP-System und verschiedenen CAD-Systemen wie Inventor, Autocad, aber auch SolidWorks, Solid Edge und Microstation entwickelt wird. Eine ganze Palette weiterer engineeringorientierter SAP-Zusatzlösungen kommt mit Cideon unter die Fittiche der Friedrich Loh Group. Da auch Eplan in seinem Portfolio über eine ERP-Schnittstelle unter anderem zu SAP hat, bietet sich hier ein sehr interessantes Synergiepotential. Und für Cideon ist die internationale Aufstellung der Schwestern Eplan und Rittal wichtig, um ihre Schnittstellenlösungen außerhalb Deutschlands besser vermarkten zu können.

„Durch die Akquisition von Cideon haben wir unsere mechanische Kompetenz deutlich ausgebaut und sind gemeinsam mit Eplan als führendem Lösungsanbieter im Elektro-Engineering bestens gerüstet für die Megatrends Mechatronik und Industrie 4.0“, erklärt Friedhelm Loh, Vorstandsvorsitzender der Friedhelm Loh Group. „Damit ist die Friedhelm Loh Group einer der führenden Software-Anbieter im Bereich Mechatronik.“

Maximilian Brandl, Vorsitzender der GF von Eplan: „Dass wir mit Eplan und Cideon marktführende Software-Technologien für E-CAD, M-CAD und PLM komplett abdecken können, ist im Markt einzigartig.“
Maximilian Brandl, Vorsitzender der GF von Eplan: „Dass wir mit Eplan und Cideon marktführende Software-Technologien für E-CAD, M-CAD und PLM komplett abdecken können, ist im Markt einzigartig.“

Das kann man nur unterschreiben. Mit Eplan, dem Autodesk-Geschäft und – nicht zu vergessen dem „Hardwarebereich“ Rittal – hat man eine extrem interessante Kombination zusammengeführt. Mechanik-CAD, Elektronik-CAD und die Verknüpfung zu ERP – das steht für eine komplette Entwicklungsumgebung, wenn es darum geht, beispielsweise Fertigungsanlagen oder Sondermaschinen zu bauen – also überall, wo mehr Elektrotechnik- als Elektronikentwicklung betrieben wird. Zudem geht es hier nicht um Zukunftsmusik, sondern um etablierte Softwarelösungen, deren Vertrieb, Implementierung und Consulting zusammengeführt wird.

Zur „reinen Lehre“ der Mechatronik fehlt mir noch eine Elektroniklösung, die ist aber in der Praxis oft nicht gefragt, weil die Elektronikkomponenten typischerweise Zukaufteile sind und nur elektrotechnisch angebunden werden müssen. Also eher Kabelbaum- als Platinenentwicklung – und in ersterem Bereich hat Eplan seit letztem Jahr mit Harness Pro-D ja auch ein tolles Angebot.

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