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Vorschau Ausgabe 4/13: Gebändigte Komplexität

CAD-Datenverwaltung – PTC hat kürzlich mit Windchill PDM Essentials eine Version seines PLM-Systems für kleine und mittlere Unternehmen vorgestellt – ein Überblick.

Windchill ist ein PDM/PLM-System, das – betrachtet man die Kundenreferenzen von PTC – anscheinend nahezu jede Aufgabe lösen kann, denn es finden sich darauf Firmen, die keinerlei Interesse an der CAD-Datenverwaltung haben. Mit der MKS- und anderen Akquisitionen verbreitert PTC ständig den Funktionsumfang der Software in neue Bereiche hinein. Eine Gruppe allerdings war bisher mit dem Angebot – vielleicht gerade deshalb – schlecht erreichbar: Kleine und mittlere Unternehmen. Diese fürchteten nicht zu Unrecht den Implementierungs- und Administrationsaufwand eines Windchill-Systems.

Echtes Windchill-Feeling mit PDM Essentials (alle Bilder: Inneo)
Echtes Windchill-Feeling mit PDM Essentials
(alle Bilder: Inneo)

Nach vielen Gesprächen mit seinen Resellern hat PTC nun Windchill PDM Essentials präsentiert. Rein technisch gesehen ist dies ein normales, komplettes Windchill-Paket mit einer Vorkonfigurierung, einer speziellen Userlizenzierung, einer Datenbanklizenz und einem einfachen Installationsassistenten. Auch eine Creo-Lizenz, die Windchill zur Erzeugung von Ansichten der Modelle benötigt, ist im Paket enthalten. PDM Essentials läuft ausschließlich auf Windows Server 2008 R2 und bringt – im Gegensatz zum „großen“ Windchill – eine Microsoft-SQL-Server-Lizenz mit.

„Das macht PDM Essentials zu einem Komplettpaket“, erläutert Jörg Ehrenstein, Produktmanager PDM-Lösungen beim Systemhaus Inneo, das sich auf PTC-Lösungen spezialisiert hat. Eine weitere Limitierung von PDM Essentials ist die Beschränkung auf einen Server. Große Windchill-Installationen werden aus Performancegründen auf mehrere Server verteilt, beispielsweise kümmert sich ein Server um die Datenbank, ein zweiter um die Visualisierung mittels Creo und ein dritter Rechner um Windchill selbst.

Ehrenstein erläutert: „Das beschränkt PDM Essentials in der Praxis auf maximal 20 gleichzeitig arbeitende Anwender, wenn die Antwortzeiten des Systems nicht zu hoch sein sollen. Die offizielle Empfehlung von PTC liegt bei 25 Anwendern, aber wir lassen gerne etwas Sicherheitsmarge übrig.“ Ebenso empfiehlt Ehrenstein, den Server mit 32GByte RAM statt der empfohlenen 14GByte auszustatten, um ein angenehmes Arbeiten zu ermöglichen. Vorteile hat das Installieren auf einem Server, dass man diesen sehr einfach sichern und virtualisieren kann. So lässt sich beispielsweise sehr schnell ein Testsystem aufbauen, indem man den virtuellen Server klont.

Visualisierung inklusive: PDM Essentials enthält eine Creo-Lizenz
Visualisierung inklusive: PDM Essentials enthält eine Creo-Lizenz

Die Installation startet vom USB-Stick und dauert je nach Hardware zwischen zwei und drei Stunden. Die notwendigen Eingaben beschränken sich auf das Mindeste: Name und Passwort des Administrators, der gewünschte Installationspfad sowie eine Frage, ob Creo mitinstalliert werden soll. Am Ende der Installation sind dann noch vier Masken auszufüllen, bevor das System genutzt werden kann. In der ersten Maske wird der Nummerngenerator eingestellt. „Die meisten Firmen verzichten darauf, weil sie schon ein Nummernsystem haben, und legen die Nummern lieber von Hand an“, erläutert der PDM-Experte. Die zweite Maske bietet die Möglichkeit, die Visualisierung auszuschalten – was kaum jemand tun wird. Maske drei ermöglicht es, Nutzer anzulegen; diesen wird eine der vier Rollen Administrator, Manager, CAD-Autor und Mitwirkender zugeordnet – mit diesen werden die Nutzerrechte festgelegt.

Erst die letzte Maske benötigt etwas PDM-Wissen, in ihr wird festgelegt, welche CAD-Attribute in Windchill verarbeitet und verwaltet werden sollen. Dann ist das System bereit zur Aufnahme der Daten.

Ehrenstein rechnet zwischen drei Tagen und einer Woche, bis das System getestet, ein Backup eingerichtet und volle Nutzbarkeit erreich ist: „Es fällt vor allem der ganze Zeitanteil weg, der sonst für die Prozessberatung aufgewendet werden muss. Das System ist vorkonfiguriert und wird so genutzt, wie es ist – es ist keine Anpassung nötig und auch nicht möglich. Man muss dann eben auch damit leben können, dass Freigabestati existieren, die man nicht benutzt, aber das ist normalerweise kein Problem.“

Erweiterung auf das große System per Lizenzwechsel.
Erweiterung auf das große System per Lizenzwechsel.

Sehr gut kommt das erwähnte spezielle Lizenzierungsmodell an: Hat Windchill sogenannte Named User-Lizenzen – es wird also für jeden einzelnen Anwender bezahlt – bietet PDM Essentials eine Concurrent User-Lizenz, es werden also beispielsweise 20 Userlizenzen angeschafft, was bedeutet, dass nur 20 User gleichzeitig am System arbeiten können. Es lassen sich jedoch wesentlich mehr User anlegen, die dann abwechselnd die Software nutzen. Ehrenstein kommentiert: „Das ist bei kleinen Installationen, wo die Lizenzkosten wichtiger sind als in Großprojekten, sehr einfach zu verargumentieren.“ Ein großer Vorteil ist auch, dass es sich um ein echtes Windchill handelt, keine Sonderversion. So ist, wenn die Einschränkungen einmal stören sollten, mit einem Lizenzwechsel und gegebenenfalls einer Migration auf mehrere Server der Umstieg auf das große System erledigt. Essentials macht jeden Versionssprung sofort mit, Schulungen, Support und andere Diemnstleistungen sind dieselben wie für das große System.

„Bisher sind die Erfahrungen mit Windchill PDM Essentials sehr gut“, fasst Jörg Ehrenstein zusammen. „Das System hat einen unglaublich pragmatischen Ansatz und passte bisher auf jeden Kunden, mit dem wir gesprochen haben. Ein solches System wurde von den Kunden immer gefordert und PTC hat es optimal umgesetzt.“

[Auszug aus Ausgabe 4/13 der :K CAD CAM, die am 11. 06. 2013 erscheint]

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