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3D-Druck mitten in der Luft: MX3D druckt Stahlbrücke

Wer 3D-Druck bisher immer mit Bauplattformen und schichtweisem Aufbau in Verbindung gebracht hat, sollte sich dringend das Projekt des holländischen Startups MX3D ansehen. Unter anderem mit Unterstützung durch Autodesk entwickelte das Unternehmen eine Kreuzung aus Industrieroboter und Schweißgerät, das Metallstangen mitten in die Luft produziert – erstes großes Projekt ist der Bau einer Brücke in Amsterdam.

Im nächsten Jahr will MX3D die erste Brücke 3D-Drucken - mitten in Amsterdam (Bild: Joris Laarman/MX3D).
Im nächsten Jahr will MX3D die erste Brücke 3D-Drucken – mitten in Amsterdam (Bild: Joris Laarman/MX3D).

MX3D-Roboter druckt „freihand“ Stahl- und Harzstangen

Carl Bass liebt 3D-Druck, und er liebt ungewöhnliche Projekte, da verwundert es kaum, dass der Autodesk-CEO MX3D unterstützt. MX3D nutzt Sechsachs-Industrieroboter, um mit Hilfe eines Schutzgasschweißgeräts Stäbe aufzubauen – und das sieht in den Videos nicht nach Schichten, sondern wie eine kontinuierliche Fertigung aus. Allerdings lassen sich auch Rohre erzeugen, was wiederum in Schichten abläuft. Alles in allem ein interessanter Ansatz. Parallel experimentiert MX3D mit einem schnellhärtenden Harz, das ebenfalls von einem Roboter „gezogen“ wird.

Im nächsten Jahr sollen MX3D-Roboter mitten in Amsterdam eine Fußgängerbrücke bauen – und zwar vor Ort, also nicht in einer Fertigungshalle. Die Videos zeigen Roboter, die sich auf Schienen an der selbstgebauten Brücke entlang bewegen. Die Brücke soll in einem Zeitraum von in zwei Monaten errichtet werden, der genaue Ort wird demnächst bekanntgegeben.

Der Designer der Brücke, Joris Laarman, nutzte zur Konstruktion der Brücke Autodesk-Software, vor allem das Labs-Produkt Dreamcatcher zur generativen Fertigung. Die Software wird mit Informationen gefüttert, unter anderem Konstruktionsziele, funktionale Erfordernisse, Material, Fertigungsmethode und Kostenziel. Auf dieser Basis erzeugt die Software dann eine Reihe von Designalternativen, die die Kriterien mehr oder weniger erfüllen – man kennt den Prozess auch unter dem Namen Topologieoptimierung, wobei Dreamcatcher der Beschreibung zufolge über die Bearbeitung der Topologie, wie man die beispielsweise von SolidThinking kennt, hinausgeht und mehr Randbedingungen einbezieht.

Ich finde das Projekt der sich selbst bauenden Brücke sehr interessant – man stelle sich vor, die „smarte Stadt“ entscheide selbst, welche Verkehrswege auszubauen sind und schickt einfach eine Kolonne von Baurobotern los. Und die Idee, das starre Aufbauen von Schichten aufzugeben für eine Freiformmethode, hat großes Potential.

 

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