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Autodesk bringt CAM in die Cloud

In Autodesks 360-Angebot der Cloud-Applikationen fehlte, wie schon letzte Woche im  Beitrag zur AU festgestellt, für eine komplette Prozesskette nur noch eine CAM-App. Auf der US-Ausgabe der Autodesk University stellte das Unternehmen jetzt genau das vor: CAM 360. Die App baut auf dem Know-how von HSMWorks auf; das Unternehmen hatte den CAM-Spezialisten im Herbst 2012 gekauft. Die oft sehr rechenintensiven Pfadberechnungen lassen sich mit der Rechenpower der Cloud entscheidend schneller durchführen.

CAM 360: NC-Berechnung in der Cloud (Bild: Autodesk).
CAM 360: NC-Berechnung in der Cloud (Bild: Autodesk).

Der Vorteil der Cloud, dass man zu jeder Zeit, von überallher und von fast jedem Gerät aus auf die Applikation zugreifen kann, gilt auch für CAM 360. Ein interessantes Einsatzszenario dürfte beispielsweise sein, dass man als Formenbauer dem Kunden oder dem Kollegen in der Konstruktionsabteilung Zugriff auf die NC-Simulation oder Restmaterialberechnung geben kann, um ihm zu zeigen, wo dieser sein Produkt ändern muss, um die Form fertigen zu können.

Als Teil der 360-Serie bietet CAM 360 eine komplette, integrierte Prozesskette von der CAD-Modellierung mit Fusion 360 über die Simulation mit Sim 360 bis eben hin zur NC-Programmierung. Mit Fusion 360 lassen sich zudem importierte Modelle für die CAM-Berechnung vorbereiten, so werden oft Details weggenommen, die nicht für die Fertigung relevant sind.

Autodesk sagt auf seiner CAM 360-Website leider nichts über Import- oder Ausgabeformate beziehungsweise Postprozessoren, nur „From 2D to 3D, Autodesk Inventor to SolidWorks Software, or PC to Mac – CAM 360 has you covered.“ Ich interpretiere das mal so, dass CAM 360 auf jeden Fall – das unterstreicht auch die Abstammung von HSMWorks – Inventor- und SolidWorks-Modelle einlesen kann, eventuell auch Neutralformate. Aber definitiv ist noch nichts. Viel spannender finde ich die Frage nach den Postprozessoren, da hier bei lokal installierten CAM-Programmen der meiste Implementierungsaufwand zu leisten ist. Der Postprozessor muss an die – oft sehr individuellen – Maschinen im Unternehmen angepasst werden, an die NC-Steuerung ebenso wie an die physikalischen Fähigkeiten der Maschine.

Ob CAM 360 „nur“ Fräsen oder auch Drehen unterstützt, ist ebenfalls noch nicht klar. HSMWorks erzeugt NC-Programme für 2- bis 5-Achsfräsmaschinen und für Drehmaschinen. Ich habe mich für das Betaprogramm angemeldet und kann demnächst hoffentlich mehr berichten.

CAM 360 wird voraussichtlich im kommenden Jahr auf ausgewählten Märkten erhältlich sein. Weitere Informationen unter www.cam.autodesk.com.

 

1 Comment

  1. Pingback:Autodesk CAM 360 – Update – Das :K CAD CAM-Blog

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