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Richtlinie VDI/VDID 2424: Industriedesign und Engineering verzahnen

Ich bin ja ein großer Freund von Geistesblitzen, intuitivem Entwickeln und wildem Drauflosmodellieren – deshalb ist es wahrscheinlich besser, dass ich nach dem Ingenieursstudium in den Journalismus abgebogen bin und nicht irgendwo einen Konstruktionsleiter in den Wahnsinn treibe. In der realen Welt abseits meines CAD-Dilettantismus werden Konstruktionsrichtlinien erarbeitet und nach ihnen gearbeitet. So hat jeder Kollege eine Chance, ein Modell eines anderen Kollegen zu verstehen und wiederverwenden zu können. Nun hat der VDI eine Richtline entwickelt, die beschreibt, wie sich auch das Industriedesign in solche Prozesse einbinden und damit nahtlos in den Produktentwicklungsprozess einbinden lässt.

VDI/VDID 2424 verzahnt Industriedesign und Entwicklung
Richtlinie VDI/VDID 2424: Bessere Einbindung des Industriedesigns in die Produktentstehung (Bild: Thomas Ernsting).

Industriedesign ist ein wichtiger Bestandteil des Produktentstehungsprozesses: Design und Engineering sind idealerweise eng verzahnt und führen zu einer gegenseitigen Optimierung. Ein gelungenes Industriedesign verbessert das Produkt, die Anwendbarkeit, und die positive Wirkung beim Anwenderkreis. Die neue Richtlinie VDI/VDID 2424 soll zu einer Strukturierung der Prozesse und zu einer Professionalisierung und besseren Integrierung des Industriedesigns beitragen. Sie wurde gemeinsam vom VDI und dem Verband Deutscher Industriedesigner (VDID) erarbeitet und ist an alle in den Produktentstehungsprozessen organisatorisch und operativ involvierten Personen adressiert, insbesondere aber an Ingenieure, Industriedesigner und Produktmanager.

Die Inhalte der VDI/VDID 2424 und der Ablauf des integrierten Industriedesigns orientieren sich dabei an der VDI 2221 Blatt 1, die den systematischen Produktentstehungsprozess abbildet. Sie begleitet den Prozess in allen Phasen, von der Idee über die Planung und Konzipierung bis hin zur konkreten Umsetzung und Überwachung. Die Richtlinie enthält auch ein Anwendungsbeispiel, welches die Entwicklungsphasen anschaulich in Zusammenhang mit den Produktentwicklungsphasen nach VDI 2221 Blatt 2 setzt.

Herausgeber der Richtlinie VDI/VDID 2424 „Industriedesign – Nutzerzentrierte Gestaltung im Produktentwicklungsprozess“ ist die VDI-Gesellschaft Produkt- und Prozessgestaltung (GPP). Die Richtlinie ist im Juli 2021 als Entwurf erschienen und kann zum Preis ab EUR 110,90 beim Beuth Verlag (Tel.: +49 30 2601-2260) bestellt werden. Onlinebestellungen sind unter www.vdi.de/2424 oder www.beuth.de möglich. VDI-Mitglieder erhalten 10 Prozent Preisvorteil auf alle VDI-Richtlinien. Die Möglichkeit zur Mitgestaltung der Richtlinie durch Stellungnahmen bestehen durch Nutzung des elektronischen Einspruchsportals oder durch schriftliche Mitteilung an die herausgebende Gesellschaft (gpp@vdi.de). Die Einspruchsfrist endet am 31.10.2021. VDI-Richtlinien können in vielen öffentlichen Auslegestellen kostenfrei eingesehen werden.

Fachlicher Ansprechpartner: 
Dipl.-Ing. Dieter Moll MBM
VDI-Gesellschaft Produkt- und Prozessgestaltung (GPP)
Telefon: +49 211 6214-483
E-Mail: moll@vdi.de

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