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SPS 2020: Nun doch als virtuelle Messe SPS Connect

Ob die aktuelle Corona-Lage das Etikett „zweite Welle“ verdient oder nicht, ist noch strittig. Jedenfalls verhindern die wieder steigenden Ansteckungszahlen eine Rückkehr zur Normalität – auch im Messegeschäft. In meiner vorletzten Meldung vor der Sommerpause freute ich mich noch, dass mit der SPS in Nürnberg der Messeherbst doch wieder im „Real-Life“ stattfindet. Zu früh gefreut! Aufgrund der durch die Corona-Pandemie maßgeblich veränderten Rahmenbedingungen und der weiterhin bestehenden Reiserestriktionen hat die Mesago Messe Frankfurt entschieden, die SPS 2020 als SPS Connect in einem rein virtuellen Format stattfinden zu lassen.

Diem SPS wird zur SPS Connect
Auf solche typischen Messeszenen werden wir wohl noch eine Weile verzichten müssen (Bild: Mesago).

Zum Glück hatte die Mesago den Weitblick, parallel zur Organisation der realen Messe ein digitales Format zu entwickeln. Der Frankfurter Messeveranstalter ist bereits in der finalen Umsetzung eines virtuellen Angebots, das Ausstellern und Besuchern die Möglichkeit bietet, sich digital zu den neusten Entwicklungen und Trends in der Automatisierungstechnik auszutauschen. Die virtuelle Plattform SPS Connect startet wie die geplante physische Messe Ende November, am 24.11.2020. Weitere Informationen dazu finden Interessenten auf der Veranstaltungswebsite sps-messe.de.

„Wir bedauern sehr, die diesjährige SPS 2020 in Nürnberg absagen zu müssen“, so Martin Roschkowski, Präsident der Mesago Messe Frankfurt GmbH. „Anfang des Sommers sahen die Vorzeichen sehr gut aus und wir sind fest davon ausgegangen, dass die Messe im November in Nürnberg stattfindet. Unser zu dem Zeitpunkt geplantes Schutz- und Hygienekonzept wurde positiv aufgenommen und mit vielen Messebeteiligten weiterentwickelt. Das hat uns wieder gezeigt, wie gut die SPS Community zusammenarbeitet und dafür möchten wir uns herzlich bedanken.“

Bedenken wegen Rahmenbedingungen und Reisebeschränkungen

Zu den Hauptgründen für die Absage der Veranstaltung gehören die in vielen Gesprächen geäußerten großen Bedenken der Beteiligten bezüglich der maßgeblich veränderten Rahmenbedingungen und die Sorge um die Mitarbeiter. Die vorgeschriebenen strikten Abstands- und Hygieneregeln sowie Reiserestriktionen und eine durch die Pandemie verursachte unsichere wirtschaftliche Lage legen nahe, dass die Messe nicht in der gewohnten Qualität durchgeführt werden kann. „Die SPS zeichnet sich durch intensive Fachgespräche und den Austausch zwischen Ausstellern und Besuchern aus. Aktuell sehen wir leider kaum eine Möglichkeit, dies vor Ort in gewohnter Weise möglich zu machen“, fasst Sylke Schulz-Metzner, Vice President SPS, zusammen.

Ich hatte ja schon fast begonnen, den Anzug aufzubügeln, um mich mal wieder in den Messetrubel stürzen zu können. Der direkte Kontakt mit Kunden und Ausstellern fehlt mir einerseits sehr. Andererseits ist es kaum vorstellbar, wie sich eine wuselige Messe wie die SPS mit Abstandsgebot, Ellbogencheck und Maskenpflicht anfühlen sollte. Ganz offensichtlich ist die Welt noch nicht wieder dieselbe wie vor Corona. Und da ist es sicher das Beste, tatsächlich in den sauren Apfel, vorsichtig zu bleiben, Messen weiterhin virtuell stattfinden zu lassen und nicht zu versuchen, Normalität zu erzwingen. In weiser Vorauissicht kann die Mesago auf das Konzept SPS Connect, das parallel entwickelt wurde, zurückgreifen.

Allerdings zeigt uns diese Absage – die ja in den November reicht – deutlich, dass das Gefühl „Lass uns 2020 irgendwie rumbringen, dann wird es schon besser“ trügt. Corona wird mit dem Jahreswechsel 2020/2021 nicht verschwinden und wir werden uns bis ins nächste Jahr hinein mit all den Unannehmlichkeiten, die Corona bringt, herumschlagen müssen. Wie es aussieht, kann ich den Anzug getrost noch eine Weile im Schrank lassen. Man sieht sich dann eben virtuell auf der SPS Connect.

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