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Individuell belichtet: Die Steinbichler Intelligent Light Control

Am 11. Juli präsentierte Steinbichler Optotechnik auf einer Pressekonferenz die neuesten Entwicklungen. Die Comet-Messsysteme warten mit einem neuen System auf, das Spiegelungen und die daraus entstehenden Löcher in der Messgeometrie ausgleichen kann. Zudem lieferten die Steinbichler-Repräsentanten interessante Zahlen und Einblicke.

Mit Intelligent Light Control wird jeder Pixel individuell belichtet (Bild: Steinbichler).
Mit Intelligent Light Control wird jeder Pixel individuell belichtet (Bild: Steinbichler).

Hans Weigert, Bereichsleiter Vertrieb und Marketing, hat auf Basis verschiedener Analystenveröffentlichungen ein durchschnittliches Wachstum des Markts für Koordinatenmesssysteme von 4,6 Prozent errechnet, dabei steigt das Interesse an optischer Messtechnik wegen der hohen Geschwindigkeit der Punkteerfassung stark an. Steinbichler erreichte im Jahr 2013 ein Wachstum von 19,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, im ersten Quartal 2014 waren es sogar 22 Prozent. Die Präsentation preiswerterer Lösungen mit der gleichen Genauigkeit der teuren Gerätereihen, aber geringerem Funktionsumfang habe eine Verdrei- bis Vervierfachung der Stückzahlen zur Folge gehabt.

Steinbichler wurde von den Analysten von Frost&Sullivan mit dem Price/Performance Leadership Award 2014 ausgezeichnet. Der Markt sei insgesamt gekennzeichnet von hoher Preissensitivität und einer abwartenden Haltung. Der „heilige Gral“ der Messtechnik sei die Inline-Messtechnik, also die nahtlose Integration von Messaufgaben in den Fertigungsprozess.

Weigert stellte ein kürzlich bei einem Automobilunternehmen umgesetzte Inline-Messsystem für Fahrzeugtüren vor: Acht Oberflächenmesssysteme ABIS von Steinbichler sind dort auf Roboterarme montiert, die den Scankopf über die Türen führen. Sechs der Systeme untersuchen 100 Prozent der aus der Presse kommenden Türbleche an den kritischen Stellen – und das im Pressentakt von 2,6 Sekunden. Zwei weitere Scanner vermessen stichprobenartig Türen komplett und identifizieren kritische Bereiche, die dann wiederum automatisch in die Messprogramme der anderen Roboter eingebaut werden.

Entwicklungsleiter Thomas Mayer berichtete von den neuesten technischen Entwicklungen. Zum einen ermöglicht die Verfügbarkeit leistungsfähiger blauer LEDs die Projektion von Streifenmustern, die von Leuchtstoffröhren nicht beeinflusst werden, da diese Lampen im Frequenzbereich der LEDs und der Kamera eine Lücke haben und kein Licht aussenden.

Zum anderen nutzen die Steinbichler-Anlagen inzwischen sehr hoch auflösende Spiegelsysteme ähnlich den DLP-Beamern. Diese ermöglichen es, ein altes Problem der optischen Messtechnik anzugehen: Die Löcher, die sich im Scan aufgrund von Spiegelungen und damit Überbelichtung ergeben. Die Intelligent Light Control führt einen ersten Scan aus, um die überstrahlten Bereiche – ebenso übrigens wie unterbelichtete Stellen – zu identifizieren. Dann wird für den eigentlichen Messscan das Streifenmuster in der Helligkeit so manipuliert, dass jeder Pixel des Streifenbilds – der bei den Steinbichler Comet-Systemen exakt einem Pixel der Kamera entspricht – individuell richtig belichtet wird. So werden Löcher im Scan vermieden, es muss viel seltener mit Mattierungsspray gearbeitet werden.

Über den neuen Steinbichler-Laserscanner T-Scan LV berichte ich im nächsten Beitrag.

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