Website-Icon EngineeringSpot

Keyshot World: Inneos virtuelles Treffen für virtuelle Visualisierungen

Irgendwie passt es ja – mit Keyshot lassen sich virtuelle Produkte realistisch darstellen, und in diesem Jahr folgte auch die von Inneo organisierte Keyshot World diesem Trend und wurde als virtuelles Event abgehalten. Dank der angenehmen Darstellung und der lebendigen Sprecher wurden die Vorträge zu einem kurzweiligen Erlebnis mit großem Erkenntniswert.

Jens Heineck, Host der World, begrüßt Keyshot-Mastermind Henrick Wann Jensen (Alle Bilder: Inneo).

Wo bekommt man schon einmal die Gelegenheit, von einem Photoshop-Guru und bekannten Fotografen wie Uli Staiger Praxistipps zum Thema Bildkomposition und Lichtstimmung zu erhalten? Wo zeigen Profis wie Marcel Kraibühler von Metabo, wie man Produkte mit Hilfe von Keyshot in Szene setzt? Und als i-Tüpfelchen eine Präsentationen der kommenden Highlights vom Chefprogrammierer und Praxisworkshops mit echten Keyshot- und CGI-Praktikern?

Inneo schafft es seit zehn Jahren, eine wilde Mischung von Nerds, Künstlern und Konstrukteuren zusammenzubringen, von denen sicher mehr als die Hälfte ebenso gut selbst einen Vortrag halten könnte. Die Gespräche in den Pausen waren mindestens so spannend wie die Vorträge. Das fiel in diesem Jahr leider weg, ansonsten hat für mich vor allem die Darstellung mit großem Fenster für die Folien und kleinem Fenster für das Kamerabild des Sprechers zumindest ein gewisses „Live-Feeling“ gebracht.

Über 700 Interessenten ließen sich von der virtuellen überzeugen, sogar jetzt noch sind die Aufzeichnungen sehr gefragt. Live waren im Schnitt über 300 Teilnehmer pro Vortrag zugeschaltet. Im letzten Jahr lag die Zahl der – realen – Teilnehmer der Keyshot World bei über 450.

Traditionell eröffnet Inneo-Geschäftsführer Helmut Haas die Veranstaltung, er konnte melden, dass inzwischen über 2.800 Keyshot-Kunden von Inneo betreut werden. Eine eigene Digital Reality Unit kümmert sich bei Inneo um das Thema .

Fotograf und Photoshop-Guru Uli Staiger zeigte, was mit Lichtkomposition möglich ist.

Von den Anwendern immer freudig erwartet ist der Vortrag von , einem der Gründer von und „Mastermind“ hinter den Renderfähigkeiten von Keyshot. Interessant in diesem Jahr war der Leistungsvergleich von Keyshot auf den neuen Threadripper-Prozessoren von AMD, die bis zu 64 CPU-Kerne enthalten. Das Rendern auf dem AMD Threadripper 3990x ist 12-mal schneller als auf einer Achtkern-i7-CPU von Intel. Noch mehr Rechenleistung bringt die neue Grafikkarte Nvidia Quadro RTX 6000, die 35-mal schneller rechnet als der Intel-Prozessor und immerhin noch einmal 3-mal schneller als die AMD-CPU. Wann Jensen zeigte Renderings auf einem Monster-Rechner mit AMD Threadripper und zwei der genannten Nvidia-Karten.

Wer weniger geballte Rechenpower zur Verfügung hat, der behilft sich mit dem Denoiser, der auf Kosten von kleinen Details sehr schnelle ein schönes Bild erzeugt. Auch dieser kann sowohl GPU als auch CPU nutzen.

In Version Keyshot 9 wurde eine Funktion namens UV Wrap integriert, die es ermöglicht, sich wiederholende Texturen dreidimensional auszurichten. Wann Jensen zeigte dies am Gewebeüberzug einer Ölleitung an einem Motor.

Schon einem Ausblick auf die nächste Version Keyshot 10 gab Wann Jensen mit der Real Cloth-Funktion, die gewebte Stoffe simuliert. Keyshot berechnet tatsächlich jeden einzelnen Faden in einem Gewebe, man kann tatsächlich die Webart definieren und Keyshot rendert Vorder- und Rückseite des Stoffs unterschiedlich – besonders gut sichtbar bei unterschiedlich gefärbten Ketten- und Schussfäden. Als Krönung simuliert das Programm auch noch die winzigen, abstehenden Fasern des Garns. Es ist unglaublich, welche Akribie und Forschung Luxion in die Materialentwicklung investiert.

Bei Metabo werden fotografierte und gerenderte Produktbilder parallel genutzt.

Weitere Verbesserungen und Erweiterungen in Keyshot 10 betreffen unter anderem die Key Animations. Hier lassen sich Animationen sehr schnell erstellen, indem Anfangs- und Endposition eines Bauteils sowie der Pfad dazwischen definiert werden. Keyshot rechnet dann die Zwischenschritte selbst aus. In Keyshot 10 lassen sich mehrere Key Animations zusammensetzen.

Interessant für Architekturanwendungen ist die Sun & Sky-Animation, die es ermöglicht, nach Angabe von Ort und Zeit die Sonneneinstrahlung zu simulieren und zu visualisieren. Auch Animationen eines ganzen Tages sind möglich, komplett mit Morgen- und Abendrot.

Um Keyshot-Modelle in Microsoft Office oder auf Apple-Geräten zu verwenden, bietet Keyshot 10 das „Baking“ von Texturen an – prozedurale Texturen, die beispielsweise die Färbung von Holz richtig auf die Geometrie rechnen, werden fest auf die Geometrie „gebacken“, um sie beispielsweise in Powerpoint als interaktives 3D-Modell darstellen zu können.

Sehr interessant finde ich die enge Zusammenarbeit mit Stratasys. Der neue Vollfarbdrucker J55 kann Keyshot-Dateien direkt drucken – so lassen sich die Farbfähigkeiten des 3D-Drucker voll nutzen.

Interessant ist auch die Entwicklung bei , einem Programm, das direkt aus den Keyshot-Daten VR-Szenarios erstellen kann. Luxion hat Key VR Connect im Betatest, das es ermöglicht, zu mehreren in einer VR-Szene zusammenzukommen. Jeder Teilnehmer sieht Kopf und Hände der anderen in einer stilisierten Darstellung, die es ermöglicht, die Blickrichtung der anderen zu erkennen. So lassen sich beispielsweise Design-Reviews virtuell durchführen. Die Teilnehmer können sich Bauteile sogar übergeben, um beispielsweise etwas zu zeigen.

Eine engagierte Truppe bei Inneo organisiert seit zehn Jahren die höchst erfolgreiche Keyshot World.

Nach Wann Jansens Vortrag schlug die Stunde der Praktiker. Uli Staigers Vortrag zeigte, wie sich mittels Licht Emotionen in Bilder bringen lassen. Dass Rendern viel mit Fotografie zu tun hat, zeigte Staiger an dem Beispiel, wie wichtig die Brennweite für den Bildeindruck ist. Hier sei Keyshot einzigartig, weil sich die Brennweite der virtuellen Kamera per Schieberegler verändern lässt und die Software fast sofort das Ergebnis zeigt – so interaktiv sei dies in keinem anderen Werkzeug möglich.

Marcel Kraibühler von Metabo zeigte, wie er Fotografien und Renderings kombiniert und so sehr schnell und einfach großartige Produktabbildungen erstellt. Auch die anderen Vorträge der Veranstaltung waren sehr informativ und wie die Workshops praxisorientiert.

Auch virtuell funktioniert die Keyshot World, was sicher zu einem großen Teil an der Qualität der Referenten liegt. Statt „Marketingsprech“ werden hier wertvolle Informationen vermittelt. Inneo hat mit viel Herzblut und Engagement eine schöne Veranstaltung abgeliefert. Ich hoffe trotzdem, nächstes Jahr wieder im „Real Life“ mit all den netten Leuten der Szene zusammentreffen zu können.

Sei der Erste, der diesen Beitrag teilt

Die mobile Version verlassen