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CD-adapco: Multidisziplinäre Designexploration integriert

In Berlin fand Anfang der Woche die wohl letzte des Simulationsspezialisten CD-adapco statt – zumindest unter diesem Namen. Das von Siemens aufgekaufte Unternehmen versammelte etwa 400 Teilnehmer zu seiner internationalen Anwendertagung in Berlin. Die Teilnehmer erwartete eine interessante Mischung von Vorträgen und Keynotes.

Jean-Claude Ercolanelli präsentierte die Neuheiten von 12.02.

Die „neuen Zeiten“ bei CD-adapco wurden schon gleich zu Beginn deutlich, als Jan Leuridan, Senior Vice President für Simulations- und Testlösungen bei Siemens, eine Einführung in Simcenter gab. CD-adapco passt hervorragend in das Siemens-Simulationsportfolio und es gibt auch schon einige Lösungen, die beispielsweise die 1D-Simulation in LMS Amesim mit der CD-adapco-Strömungssimulation Star-CCM+ koppeln.

Jean-Claude Ercolanelli, Senior Vice President Product Management bei CD-adapco, stellte die Neuheiten der Star-CCM+-Softwaresuite vor. Das Unternehmen stellt dreimal jährlich eine neue Version vor, jeweils die .02 im Februar, die .04 im Juni und die .06 im Oktober. Star-CCM+ 12.02 ist also brandneu. Der Schwerpunkt der Neuheiten lag bei der Optimierungstechnologie HEEDS, Vereinfachungen im Workflow und in neuen Visualisierungen.

Schon seit einigen Jahren entwickelt CD-adapco eine  Technologie, mit der sich Designalternativen auf Basis der Simulation suchen lassen, es lassen sich dabei mehrere Designziele festlegen, die parallel untersucht und bewertet werden. Bisher wurde diese unter dem Namen Optimate als eigenständige Software angeboten, HEEDS ist nun in Star-CCM+ nahtlos integriert. Tatsächlich ist HEEDS lediglich ein weiterer Punkt in der Star-CCM+-Baumstruktur und lässt sich beispielsweise auch bei bestehenden Simulationen einfach hinzufügen.

Die Multiparameter-Optimierung mit HEEDS ist eine der Neuheiten in Star-CCM+ 12.02.

Die Demos während Ercolanellis Vortrag zeigten, dass die Design Exploration sehr einfach bedient werden kann, da Parameter und andere Eingaben direkt aus der Simulation übernommen werden können. Ercolanelli erläuterte mir später im Interview, dass HEEDS nicht einfach alle denkbaren Parameterkombinationen durchrechnet, sondern Trends erkennt und diese weiterverfolgt. Damit reduziert sich der Zeit- und Rechenaufwand für die Optimierung erheblich. Zudem kann der Benutzer während der Berechnung eingreifen und HEEDS in eine gewünschte Richtung „lenken“, um so schneller zum gewünschten optimalen Entwurf zu kommen.

Zudem ist HEEDS wie das Hauptsystem als Client-Server-Architektur aufgebaut, die Berechnung kann also am Arbeitsplatz aufgesetzt und dann zur Berechnung an einen Cluster oder auf ein HPC-System verschoben werden. HEEDS verwaltet die vorhandenen oder zugewiesenen CPSU-Kerne so, dass sie stets optimal ausgenutzt werden, auch dies macht die Berechnung schneller.

Neue Ergebnisdarstellungen wie ein Radarschaubild und eine Heatmap erleichtern die Analyse des Ergebnisfelds, sie ermöglichen beispielsweise den Vergleich der Parameter verschiedener Lösungen oder zeigen, wo im Ergebnisfeld die besten Lösungen liegen. Grafische und Datendarstellung sind synchronisiert, das bedeutet, dass ein Klick in die Grafik die dazugehörigen Datensätze anzeigt und umgekehrt.

Scene Linking vereinacht den Vergleich von Ergebnissen, Raytracing verbessert die Darstellung des 3D-Modells.

In den Bereich der Workflowverbesserung fallen neue Schnittstellen zwischen Star-CCM+ und Solid Edge, Simcenter, Amesim und Teamcenter – hier zeigt sich die Verbindung mit Siemens deutlich. Auch die Funktion Replace Part, mit der sich ein Bauteil des simulierten Produkts per Knopfdruck gegen eine andere Version austauschen lässt, vereinfacht die Arbeit. Diese Funktion soll in 12.04 oder 12.06 auf Unterbaugruppen erweitert werden.

Gut gefallen hat mir Scene Linking – der Anwender kann Visualisierungen mehrerer Simulationsergebnisse laden und diese verlinken. Dann bewegen sich die anderen Darstellungen synchron, wenn eine der Darstellungen bewegt wird. So können die Unterschiede verschiedener Versionen einfacher verglichen werden, Ercolanelli zeigte dies an einem Auto mit ein- und ausgefahrenem Heckspoiler. Das ebenfalls neue Raytracing hübscht die Darstellung des simulierten 3D-Modells mit Reflektionen auf. Noch schöner sind transparente Darstellungen, die das Innenleben oder bestimmte Bauteile im Auto hervorheben, in der Demo beispielsweise die Bremssättel.

Eine wichtige Neuerung für die zweite Jahreshälfte ist Star-ICE, eine auf die Analyse von Verbrennungsmotoren (Internal Combustion Engine, ICE) maßgeschneiderte Version des Simulationssystems. Die Änderungen betreffen nicht nur den Funktionsumfang, an vielen Stellen ist auch die Benennung von Funktionen, Parametern und Elementen an die Sprache der Motorenentwickler angepasst. Star-ICE ermöglicht unter anderem die Analyse und Modellierung der im Zylinder ablaufenden Verbrennungsvorgänge und Strömungen, zu Beginn nur der „kalten“ Vorgänge, also ohne Verbrennung, diese „heißen“ Funktionen folgen 2018.

Der Nachmittag und der Dienstag waren prall mit Vorträgen von Anwendern gefüllt, die oft sehr tief in die Thematik einstiegen, was für die Zuhörer hoch interessant war, wie die oft regen Nachfragen bewiesen. Die Star Global Conference war wie immer ein hochinteressantes Treffen von Spezialisten für Spezialisten.

 

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