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Monitortest: Asus VN279QLB – Der Teamplayer

Für den Artikel zu Multi-Monitor-Konfigurationen in Ausgabe 3/2014 hat mir zwei 27-Zoll-LED-Monitore zur Verfügung gestellt, der VN279QLB ist ideal für solche Installationen geeignet, macht aber auch alleine eine gute Figur.

Dreimal viel Platz: Der Asus (Bild: Asus).

Das Gerät ist mit einem AMVA+-Panel bestückt. Diese Weiterentwicklung der MVA-Technologie soll die geringe Blickwinkelabhängigkeit der LCD-Farben und den hohen Kontrast der MVA-Technologie bieten und deren Nachteil der langsamen Reaktionszeiten vermeiden. In der Tat ist die Farbdarstellung des Asus-Monitors auch bei extremen Blickwinkeln noch akzeptabel, das Umkippen der Farben, wie man es früher bei LCDs fand, ist hier gar nicht zu sehen.

Gut gefallen hat mir auch der Blickwinkel von unten, auch hier verhält sich das Panel des VN279QLB vorbildlich. Früher hatten Displays oft eine „schlechte“ Seite, auf der die Blickwinkelabhängigkeit aus technischen Gründen größer war als auf den anderen Seiten. Diese wurde von den Herstellern nach unten gedreht, weil man ja meist eher von schräg oben als unten aufs Display blickt. Auffällig wird diese Eigenschaft nur, wenn man den hochkant dreht, denn dann wird der untere Rand zum rechten oder linken Abschluss und je nachdem, wie das Display steht, fällt dies bei Bewegungen vor dem Monitor negativ auf. Wie gesagt, beim Asus-Gerät, das auf der Herstellerwebsite übrigens in einer „Dreimal-Hochkant-Version“ abgebildet ist, ist diese Abhängigkeit nicht zu erkennen.

Die Auflösung ist Full HD mit 1920 x 1080 Pixeln, was bei normalem Arbeitsabstand völlig ausreichend ist. Aktuell ist ja wieder einmal die Jagd nach höchsten Auflösungen mit 4k oder mehr eröffnet, aber ich finde diesen Trend – außer bei sehr großen Displays über 30 Zoll – nicht sinnvoll. Durch höhere Auflösungen steigt die Bildschirmfläche nicht, sondern es werden die Bildinhalte kleiner dargestellt – damit passt zunächst einmal mehr auf den Bildschirm. Allerdings gibt es eine Grenze, bei der die Schriften zu klein werden, man muss also über die Windows-eigene Schriftskalierung die Beschriftungen der Menüs und Buttons wieder vergrößern.

Die „geringst-erträgliche“ Größe ist sehr individuell, jeder Anwender hat eine andere. Mir persönlich ist die Größe, die sich aus dem 27-Zoll-Display und der Full HD-Auflösung ergibt, sehr angenehm, Titel-und Statusleiste dürfte sogar noch etwas kleiner sein. Allerdings ist bei der Bildschirmfläche die Notwendigkeit, über Verkleinern dieser Fensterelemente Platz freizumachen, nicht mehr gegeben.

Normale Darstellung: Der Rand zwischen den Monitoren schiebt das Bild auseinander.

Asus bewirbt den VN279QLB als ideal für den Mehrmonitoreinsatz, da er extrem schmale Displayränder hat. Das stimmt auch, allerdings sind die acht Millimeter Breite etwas untertrieben. Acht Millimeter breit ist der Display-Rahmen, weitere knapp zwei Millimeter kommen hinzu, da der Bildschirm nicht ganz bis zum Rand ein Bild zeigt. Der schwarze Balken zwischen zwei nebeneinanderstehenden Monitoren beträgt also knapp zwei Zentimeter. Das hört sich schlimmer an als es ist, meine alten 19-Zöller hatten ebenfalls zwei Zentimeter Rand – allerdings pro Monitor. Hier war also der Balken vier Zentimeter breit.

Im Mosaikmodus (hier noch nicht optimal eingestellt) verdeckt der Rand einen Teil des Modells, die Verzerrung fällt weg.

Der Rand ist also angenehm schmal, was der Darstellung beispielsweise von CAD-Modellen zugute kommt, wenn man das Bild über mehrere Monitore zieht. Da der Rechner den Abstand zwischen den Monitoren normalerweise nicht mitrechnet, sind die Teilbilder zueinander versetzt beziehungsweise auseinandergezogen. Abhilfe schafft ein spezieller Modus der Grafikkarte, der bei Nvidia beispielsweise Mosaic heißt und in der Nvidia-Systemsteuerung aktiviert werden kann. Dann werden die beiden Monitore zu einer Anzeige zusammengefasst und die Lücke zwischen beiden Geräten sozusagen mit Pixeln aufgefüllt. Es entsteht der Eindruck, als ob der Bildschirmrahmen einen Teil des Displays verdeckte. Auch dieser Modus ist Geschmackssache, ich mag ihn  nicht, weil eben immer ein Teil eines Fensters verdeckt ist und ich darüber hinaus nur selten Fenster über mehrere Monitore ziehe.

Die Farbdarstellung ist sehr angenehm, beim Kalibrieren mussten nur marginale Anpassungen vorgenommen werden, um eine realistische Darstellung zu erzielen. Die Standard-Farbeinstellung ist im Auslieferungszustand leicht gelbbstichig, was sich im On-Screen-Display ändern lässt. Es stehen weitere Farbmodi beispielsweise für Kino zur Verfügung. Sehr angenehm fiel auf, dass die beiden Geräte eine praktisch identische Farbdarstellung liefern, was nicht unbedingt selbstverständlich ist, denn die Displays haben grundsätzlich eine Farbstreuung. Der sRGB-Farbraum wird komplett abgedeckt, so dass sich das Gerät auch für die Bildbearbeitung eignet. Glücklicherweise lassen sich alle Bildverbesserungsfunktionen wie eine Zusatz-Schärfung namens VividPixel ausschalten.

Ansonsten ist der VN279 stabil aufgebaut und auch von hinten ansehnlich. Eine abnehmbare Blende verdeckt die Stecker, die eingesteckten Kabel werden jedoch nicht geführt. Der Standfuß bietet einen Schwenkbereich von 320 Grad und einen Kippbereich von -5 bis +22 Grad sowie eine Pivotfunktion zum Hochkant-Schwenken des Displays. Zusätzlich ist der Monitor höhenverstellbar. Alle Verstellmöglichkeiten sind angenehm zu bedienen und klemmen nicht.

Die Anschlüsse des Monitors: Alles was man wirklich braucht (Bild: Asus).

Die QLB-Ausgabe bietet einen Zweifach-USB 3.0-Hub, Displayport und HDMI; letzterer ist MHL-fähig, das heißt, es lassen sich beispielsweise Tablets anschließen und deren Schirminhalt auf den großen Schirm duplizieren. Zuletzt bietet das Gerät einen Line-Eingang für die integrierten Lautsprecher, zusätzlich lässt sich ein Kopfhörer einstecken.

Der Asus VN279QLB ist ein optimaler CAD-Monitor: Groß, gut kombinierbar und mit stabiler Farbwiedergabe. Die Auflösung ist ein guter Kompromiss zwischen Schriftgröße und Pixelgröße. Ein echter Makel ließ sich im Test nicht finden.

 

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